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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
später, etwa im Verlauf der sechsziger Jahre, einen hohen fast hegeförmigen Hut von Filz, Pelz u. dergl., mit Federn reichlich ausgests ttet ’und, in seltsamem Widerspruch mit einer derartigen Fülle, das äusser-knappe spanisch-französische Schultermäntelchen an. Dieses Hess k fltl ®eine Aufschlitzung zu. Dennoch blieb auch dies nicht davon versehesondern wurde mehrentheils mindestens längs den Kanten demge® a "verziert (Fig. 245 a. b). In solcher Gestalt erhielt sich die Tracht hei®Kriegsvolk bis zum Erlöschen des freien Söldnerthums, im deutscReich bis in* den Beginn des letzten Jahrzehnt, in der Schweiz . l'®gegen noch bis ins siebzehnte Jahrhundert. Fast gleichzeitig m'l ’*‘ r ^Entstehung verlor sich wenigstens eine andere Thorheit, die IIa 1 hthc^lung oder mi-parti (S. 612). Sie beschränkte man fast ausschlfe“»auf ein Erscheinen bei festlichen Aufzügen und, als eine gewissen®^amtliche Bezeichnung, auf die Ausstattung der städtischen Yögte, B 11und sonstiger niederer Beamteten. Ebenfalls nur in der Schweiz waauch sie, vornämlich unter den dortigen Söldnern, noch längere Zeit.
Auch diese so überaus unförmliche, von den Sittenrichtern sofort„unilethig, schändlich, zerludert, zucht- und ehrverwegen, pludrigt" sCangefochtene Kleidung, 1 fand gleich von vornherein in weiteren h reIvielfach Aufnahme. „Es tragens auch Studenten, von den man lensoll (u. s. w.), darzu die Handwerksgesellen, die kaum das baldgelt hau >hebt eben jenes „new klaglied“ nicht minder hart rügend hervor. A®>»dem aber ging sie, wenn gleichwohl vereinzelter, auf das eigen^Bürgerthum und selbst auch auf den jugendlichen Adel über. ' ^der ausserordentliche Kostenaufwand, den sie beanspruchte, noch die 1gewürzten Spottreden und gestrengen Verbote dagegen, vermochtenirgend nachhaltiger zu wehren. In Dänemark bedrohte man .welcher sich mit solcher Hose zeige, sie ihm am Leibe zu zerschneEinzelne Fürsten vermeinten mehr zu wirken, wenn sie die Mode ®lieh machten. So der Kurfürst Joachim II. von Brandenburg,liess mehrere „Lumpenhösler“ aufgreifen, in einem Käfig'drei Tag e ^durch öffentlich ausstellen, und Musikanten davor aufspielen. Auch ® a j.derselbe jene Drohung an einigen Edelleuten wahr, indem er ihn® 1offener Strasse heimlich den Hosengurt öffnen liess, so dass das „ ^
gelump“ zu Boden fiel und sie dergestalt entblösst der Belustig® 1 ^ ^Volks ausgesetzt wurden. Ein solches Verfahren schüchterte wo 1 ^
einige Zeit ein, besserte aber im Grunde nicht viel. Nur wenigenach dem Tode Joachim’s II. (1571) sah sich sein Nachfolger e ^Wilhelm zu noch weiteren Maassnahmen veranlasst. Dieser konnteumhin sogar in der Ordnung, welche er für die von ihm (um 1^ (
1 S. oben S. 634 not. 1.