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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
ihren
so
denn
gewöhnlich unterpolstert, und ähnlich wie das Wamms entweder durcsteppt, geschlitzt, und noch sonst, mit Bändern, Schleifen u. dergl- un * erschiedlich benäht (vergl. Fig. 246 a. b). Vor allem war es die KnaPPheit und Kürze, was den lautesten Tadel hervorrief. Bereits dasHaglied ", und mit diesem Andreas Muscuhis (um 1555) konntenUnwillen nicht unterdrücken,' „dass unsere Junggesellen sich lassenkurze Röcke und Mäntel machen, die nit die Nestel, geschweigeden Latz (Schamkapsel) bedecken." Noch weiter bemerkte auch darüberwiederum jener Johann Strauss : „Was für Ueppigkeit mit Wamws un ^PufFjacken getrieben wird, das siebet man. Der Leib am Warn® 3 !er wohl fein glatt angemacht wird, so muss er doch mit Seiden du*und durch umstöppt sein; vorne seltsame Kneuffel dran, von Stein,rallen, Glas oder Horn. Oben einen Kragen darauf, der weit hina usstarret, Ermel daran, die Einer, wegen der Grösse und Weite, kaumden Armen tragen kann (u. s. w.). Diese Ermel müssen vorn auch el "gefaltet sein, dass sie Kröss gewinnen. Die trägt man an den Armemwie die Gartenknecht ihre Camisseckel an den Armen tragen“ (u- s -— Erst mit dem allmäligen Aufgeben der pludrigen Beinbekleidungman auch von derartigen Uebertreibungen mehr und mehr Abstand-dessen betraf dies im Grunde genommen nur die Ermel, welcheGanzen beträchtlich vereinfacht und, den Armen angemessener, gleich * ^zunehmend verengert wurden. Gerade beim Wammse dagegen ste ^sich eben mit in Folge des jetzt verstärkt fremden Einflusses an(5er ^ uS ,tige Ausartungen ein. Man eignete sich nicht nur die runden, stark a ^gepolsterten Schulterwülste (Fig. 246 a. b) , sondern auch den bis vüber die Taille hin ausgepolsterten Spitzbauch an, ja blieb naID ^ n ver .in Durchbildung des letzteren, des hier sogenannten „ Gämebauchs > ^einzelt wenigstens in keiner Weise hinter dem französischen und mländischen Stutzerthum zurück (Fig. 223 a. b; Fig. 232 a. b). ^* a ^lieh fiel auch dies sofort dem geistlichen Strafgerichte anheim. n^ inherrlicher Schmuck aber“ — so licss sich unter anderen um 1586
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dreas Osiander der Jüngere als Diakon zu Urach verlauten — »die hässlichen langen ausgefüllte Ganssbäuch, die oben gleich unterHals anfangen und herab bis weiter unter die Gürtel hangen, w,eErker an eim Haus hanget, das er schier umziehen möchte.“ j er
Der Halskragen oder die „Kröse", noch bis in den Anfa°o __zweiten Hälfte des Jahrhunderts gewöhnlich ein mit dem Hemde
1 In dem V neiv klaglied u u. s. w. heisst es Vers 16:
„Vorzeiten macht man rocke, das man den latz bedeckt,Itzund so muss er blecken, auch sind darunder gesteckt,Viel Farben mancherleien, haben sie drein gespickt,
Dus billich möcht anspeien, ein Jungfraw dies anblickt.“