Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
679
JPEG-Download
 

679

Ai Tracht. Italien . Kleidung der Weiber (1550—1600).

Geschmacke für eine imponirende Grösse und der eben darauf^urde zune bmcnden Verbreitung der „Stelzenschuhe“ (S. 668). Diesefast n’ Unter ^ tei £ erun g ihrer Höhe bis zu einem Fuss und darüber,fl ieht ® eme ' n > so , f ass es innerhalb eines rein gesellschaftlichen Verkehrsi r „ gut m öglich war über das natürliche Längenmass einer Dame ein^acnlich UtlC ^ e,l ^ GS zu g ew i* inen (vergl. Fig. 254). Einzelne, so vor-

VOn ( i en reichen „Cortigianen“, übertrieben die Höhe dieser Schuhe

nicht selten dergestalt, dass siekaum damit zu gehen vermochtenund sich, um nicht Gefahr zu lau-fen, unter jedem Arm von einemDiener stützen lassen mussten.Verschieden von diesen Schuhenwaren die ebenfalls hochsohligen,doch stets beträchtlich niedrigerenUeberzielipantoffeln, deren sichnach wie vör hauptsächlich diemittleren und niederen Stände beiregnerischem Wetter zu bedienenpflegten (vergl. Fig. 255). — Fastgleichmässig mit dein Gebrauchder Stelzenschuhe nahm auch dervon Unterbeinkleidern, vonweiten Knie- und enganschliessen-den Strumpfhosen oder eigentlichenStrümpfen, zu. Auch sie wurdenvor allen von den „Cortigianen“in geeignetes Mitte] zur Erhöhungden Kn' 6 ^ 6 ’ Vorza §I* c h reich und kostbar behandelt 1 (Fig. 258). Zunie osen wählte man am liebsten farbige Seide oder Sammet und

<} fc8 B kiüügl. Kupferstichcabinet in Berlin besitzt mehrere in Italien zu^henigßjj B6c ahnten Jahrhunderts höchst sauber gemalte Darstellungen vonRänder »Cortigianen“, an welchen die Gewänder charnierbeweglich über-^' e s ‘ n( h Klappt man den oberen Book zurück, so zeigen sich

at, f) So Ze j n . _’ e hosen und die weissen Strümpfe, schlägt man die Kniehose^Weg Ze gt s!cl ‘ — kein Hemd. Und dürfte dies wohl zugleich ein ziemlichin <ie andj 0 ® 11188 jfafür sein, dass die Anwendung eines Hemdes im heutigenbegut er ^°°^ ganzen sechszehnten Jahrhundert selbst unter den höherenj“f’®h bliet, 6n . Bünden keineswegs allgemein war, es somit noch vorwiegends 6t > ^ang e i' 8lc ^ v “hig nackt zur Nachtruhe niederzulegen. Yergl. dazu (übertT' 5id ergeweriA em i eD ) A ‘ Berl epseh. Chronik vom ehrbaren und uralten16 6 ut e alt«» • S ' 134 un(i (über die Sitte, nackend zu schlafen) J, Scheible.ei t u. s. w. von W. von Beinöhl II. S. 740 ff.

Fig. 258.

Un d von diesen

^ächsenden

«eruhenden