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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des IG. Jahrhunderts.

Tolles Benehmen, dass der König nebst seinem Gefolge davon enfz ^und völlig betroffen ward. Ihre Leibchen und Ermel erglänzten

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von

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Perlen, Edelsteinen und Gold, und ebenso hatten sie Kopf,

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Brust mit Perlen, Steinen und kunstvollen Goldzierrathen bedeckt,

gestalt, dass man jeden Anzug auf fünfzigtausend Thaler schätzte. ^weilen Hessen die Damen ihre Festgewänder, gelegentlich ri ^ C ^ lt ( j urC h-spöttische Absicht, mit selbstgewählten Sinnbildern stellenweis oder ^weg verzieren. So unter anderem geschah es in Pavia , dass eine ^ ogt .nehme vielgefeierte Schönheit auf einem grossen Balle in eineinbaren Kleide von himmelblauem Atlas auftrat, welches sie, zur ” ader zahlreichen Männer die sich um ihre Gunst bewarben, von „schicktesten Sticker in Mailand mit vielen brennenden Kerzen, < ^ l ^ eD)Schmetterlingen, zum Theil mit versengten Flügeln umflattert whatte besticken lassen, und diese absonderliche Verzierung Jedem) ^nach ihrer Bedeutung fragte, mit schalkhafter Anmuth riickhal sklärte. 1 Bejahrtere Frauen allerdings hielten sich auch wohl b el ^artigen Vorkommnissen im Ganzen einfacher und bescheidner. n< jdeten sich im alltäglichen Verkehr, vorzugsweise aber in Rom , ^*Jj e jer,und Venedig , gemeiniglich „ganz schwarz, mit schwarzem ^ , ot|nicht in Seide, Sammet oder Atlas, sondern in Wollenstoff oder I ^mit nur kurzer Schleppe, jedoch den Hals zumeist entweder fr elhalb, nur über den Schultern, bedeckt.“ ,-^en

Die Kleidung der „Cortigianen“ blieb fast überall & esctZ f er nerVorschriften unterworfen (S. 331 ff.). Indessen betrafen diese at ! C ' n acl>lediglich ihr öffentliches Erscheinen, wurden auch überdies wie sei ^Möglichkeit umgangen. Zufolge einer Verordnung Pius V. (I 5 j> ra iien,sollten sie sich in Rom , zur Unterscheidung von den ehrbarennicht anders zeigen als „in einem bis auf den Boden reichen jj C ]ivon Seide, einem kürzeren ringsum geschlossnen Rock ( z ^ marra ^’^ rs c he)dem der Wittwen von schwarzer rascia (Rasch, Serge oder *" Dl j{darüber, um die Hüften mit einem breiten faltig zusaminetigefa ss eJ di®

gegürtet, und den Kopf bis zu den Augen mit einem etwas j e o.Taille gehenden (Schleier-) Tuche bedeckt; dies vor der Brust ver^

In Bologna war ihnen verordnet ein langes offnes Obergewa n»« bTaille, längs der Brust geknöpft, mit mässig weiten, der Im £ 0 pfoffenen Ermeln, diese vermittelst Schleifen geschlossen und um Q r tei lein schwarzes, vor dem Halse geschlossnes Tuch. An ander®’’wieder anders. Doch auch selbst in Rom , ungeachtet man foge#in diesem Punkte ziemlich strenge verfuhr, konnte man den ^ ^ 0 jeUeberschreitungen nicht wehren. Und nur wenige Jahre nach e

1 B. de Brantöme. Dames galantes. I. S. 130 ff.