Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
774
JPEG-Download
 

774

II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

guten Gewehren, auch hinlänglichen starken Reisewagen, zu ^"^ören-allemal einer, mit allen übrigen zur Wagenburg und zum Streit £ nden Bedürfnissen sich in Bereitschaft zu setzen, auch einige Karrensammt dazu gehörigen Pulver und Steinen bereit zu halten. r0lI1

Reichstagsbeschluss des Königs Gustav Erikson von Schweden ^Jahre 1526 wurde anbefohlen, 1 * 3 dass „die Ritterschaft, die Bischo^

Adel von jeder vierhundert Mark sollten sechs wehrhafte Kerl nuGewehren halten, nämlich drei Reiter mit Harnischen , in

Spiessen, und für jeden derselben ein Pferd von dreissig Mark liegenvoller Rüstung, und die anderen drei zu Fuss mit Schiesszeug, ^ eI .(Armbrust), Pfeilen, Hellebarden und Röhren.“ Eben dieserrichtete nach dem Vorgänge anderer Fürsten im Jahre 1542 m ^ seC jiä-zuerst eine ständige Garde. Doch umfasste sie nicht mehr, a 0 ^

tausend Mann. a Alle noch sonst erforderlichen Truppen musste ^hier nach wie vor theils aufgeboten, theils angeworben w - er ^ j a j ir enoch in einer Kriegsverordnung Eriks XIV. von Schweden jr^el-1565 hielt man für nöthig sogar vorzuschreiben 3 „dass ein J ^ ff]J t e n

mann vom Haupt zu Fuss wohl bewaffnet, und die Reuter ^

Pferden, schussfreien Harnischen, tüchtigem Gew'ebr, unu sein

Sattel, und mit Schilden wie des Königs Hengstreuter ver *f „ en wiesollten.“ Aehnliche Verordnungen wiederholten sich überall; in j. u ndef®sehr man auch, namentlich im Verlauf der zweiten Hälfte 'Ih e^ nofbemüht blieb, sie aufrecht zu erhalten, wollte dies doch auc J^^ sC h'nicht gelingen, und obschon man zu dieser Zeit besonders m ^[dneruland mit allem Nachdruck zu erreichen suchte, dass von gtur®'mindestens die Hellebardisten halbe Rüstung nebst l e ' c lve iteiB

haube und schussfreiem Bruststück trugen, besass von ihnen ^ als

die Mehrzahl an eigentlichen Schutzwaflfen dennoch oft nichts ^ e \n^etwa eine Haube, ein Bruststück, Halsstück oder auch nur ein j 0 -Schulterkragen umgcw'andeltes Stück Kettenpanzer (Fig- ^ . '[ n iiid ert3 ’gleichen bei den Söldnern zu Ross. Erst gegen Ende des * c ; u iger'etwa nach Ablauf der siebenziger Jahre, glich sich dies da raU ^

massen aus, dabei denn hauptsächlich die Reiterei gemeimghielt, in halber Rüstung nebst Helm zu erscheinen. ff are n ul !

Die Hauptstätten des freien Landsknechtsthum ^ all e ‘ D

blieben Deutschland und die Schweiz , davon die S c h w ei * ^ j,e ste ^

die anerkannt kräftigsten, sondern auch, vorzüglich später, 1 , uP g iib erausgerüsteten Söldner lieferte. So auch schrieb in dieser e

1 Olaf Dalins. Geschichte des Reiches Schweden. IR-

1 A. a. O. S. 284.

3 Desgl. S. 468.

113 -