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II. Das Kostüm des IG. Jahrhunderts.
weitem mehr mit- und durcheinander, als etwa nur nebeneinander, * lteiner gleichartigeren Anschauung und Bildungsstufe herangewachaen-Auch hier beruhte dies ebensowohl auf der in Folge regen Betriebs truzeitigen Entfaltung des Bürgerthums zu selbständiger Bedeutsamkeit, aauch auf dem dadurch genährten Bedürfniss der höchsten Stände, S1diesen Stand geneigt zu erhalten. Die Zergliederung des Landes in viekleine Einzelstaaten je mit eigner Hofhaltung, als Haupt- und Mittelpunkte 11der Bildung, kam Dem wesentlich zu Gute. Und wenn gleichwohl z"sehen den Ständen bestimmtere Schranken fortbestanden, ja sich a“wohl hie und da noch entschiedener festigten, war dies um so weni„von tieferer Bedeutung, als eben sie nun überhaupt eine gleiche geistigRichtung zunehmend inniger zusammenführte. Schrieb doch der Kur uFriedrich von Sachsen in einer Vorstellung an den Papst: „DeutschiaLage ist nicht mehr die alte. Es erwachen jetzt überall vortreit 1Köpfe, und Künste und Wissenschaften blühen auf. Sehr viele l e §^sich fleissig auf das Studium der Sprachen, welche eiue gründliche ^lehrsamkeit nicht entbehren kann; und nach dem jetzigen Geist derbezeigen auch gemeine Leute ein grosses Verlangen die heilige Sckennen zu lernen.“ Im Einklänge mit der geistigen Entfaltung scl,ndie Stände auch hinsichtlich des bloss äusseren Gebahrens zu c ' u ^ gsgängigerer Ausgleichung vor. Dazu kam, dies wesentlich fördernd, ^
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beim Bürgerthum der Wohlstand ziemlich verbreitet, der Reichthumhöheren Stände aber im Ganzen nicht übermässig war, und dassBegriff von „Haus und Hof“ seiner weitesten Bedeutung nach seit Akaum anderswo so tief wurzelte, als eben bei dem deutschen Stau 1111Ihm galt, dem Fürsten wie dem Landmann, das Haus als wirkhcMittelpunkt, ja als die geweihte Stätte seines Daseins überhaupt. bvor allem darauf bedacht, sein Haus seiner würdig zu bestellen, gestasich dies bei allen Ständen, je nach Maassgabe der Mittelabstufungsweise reicher, zu mehrerer Uebereinstimmung. Freilichhielt gerade der Deutsche vorzugsweise in diesem Punkte, in der =stattung des Hauses, an der herkömmlich gewohnten Form mit b ederer Zähigkeit fest. Indessen innerhalb solcher Begrenzung blieb 111Ausstattungsweise an sich das Bürgerthum keineswegs zurück. VIC ‘
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folgte hierin da, wo es der Reichthum gestattete, wie innerhalbmihen der Fugger, der Welser, Paler u. A., mehrentheiis ganzVorgänge der Fürsten , ja nahm sogar durchaus keinen Anstand es dies « 1womöglich zuvor zu thun.
. In den skandinavischen Ländern bewegten sich die Verhält'msse auf ähnlichen Grundlagen. Doch konnten sie ,sich einstweilen nocnie m demselben Grade äussern, da die gleichen Bedingnisse fehltenMit nur wenigen Ausnahmen war sowohl der Adelstand als auch daS
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