Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
824
JPEG-Download
 

824

II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

von denen der umfassendste seinen Mittelpunkt in London hatte.abstufungsweise Ausgleichung des Vermögens gab es noch nicht, oderwar doch erst im Beginn. Reichthum und Bedürftigkeit standen einanderscharf gegenüber. Die Grossen schlossen sich dem Hofe an, oder lebtenauf ihren Schlössern. Der Adel und der Bürgerstand in mannigfach 1Gliederung, welche die Stadtbevölkerung ausmachten, lebten gesondenebeneinander, je nach altherkömmlichem Brauche. Wo im Biirgcrstadie Bestellung seines Hauses etwa auch allmälig grösserer Wohlstand bestimmte, blieb sie nichtsdestoweniger von der Bestellung des Adeln® B rauch selbst der geringeren „ Baron-Hall “, überlieferungsweise merKiverschieden. Und so auch währte ein solches Verhalten noch unterKönigin Elisabeth fort, auch ungeachtet sich unter ihr der bürgernWohlstand beträchtlich hob, und wenigstens zwischen den mittle' enStänden, dem jüngeren Adel, wie den „Rittern“, und dem gebildetenBürgerthum, eine wenn auch nur mehr äusserliche Annäherung s]anbahnte.

Wie in der Schweiz die Verhältnisse lagen, konnte von einer e ^schiedeneren, wirklich fühlbaren Sonderung der Stände ja nicht einm*mehr die Rede sein. Wo das Bewusstsein allgemeiner Gleichberechtig 1111 ®vorherrscht, muss selbst der Begriff von einer derartigen, äusserlich 11Trennung erlöschen. Adel-, Patricier- und Bürgerthum gab es wonoch der Abstammung nach, in Wahrheit jedoch waren diese Rangst 11seit lange ineinander verschmolzen, höchstens npr noch traditionell duwenige, nichtsbesagende, äussere Merkmale gekennzeichnet (S. 624; S. °Selbst die, obschon für Gemeinwesen und Sittlichkeit schädliche M ailSBregel, die wehrhafte Jugend als Söldner in fremde Kriegsdienste zudingen, trug fortgesetzt zur Beförderung einer solchen Ausgleichung udie noch überdies einen Hebel in dem gleichmässigeren Wohlstand iaUnter so bewandten Umständen hatte denn auch vornämlich, wieAussenleben an sich, die Bestellung des Hauswesens und die hausiAusstattung seit lange nicht allein ein ziemlich gleichartiges Gepräg e S eWonnen, vielmehr auch, da recht eigentlich aus dem Volksthum heigegangen, bei allem Anschluss an die überhaupt zeitgemässe Geschmarichtung, den Grundzug des Volkstümlichen bewahrt. Um wie ^reicher und glänzender sich Alles dies auch entfaltete, bewegte esdoch stets innerhalb einer gediegenen Gemessenheit, welche im Ga ^bei weitem mehr den Eindruck geordneter Wohlhabenheit, als den eblendenden Aufwands beanspruchte. — jn

Wie das Haus, so die Stadt. Wie reich sich das Haus aUCl j.,

11 Pn Oflif lanivn nroctnlfafa nnfl etnli onnli in .Q l-, n n i n n lITld FZ®

Italien seit lange gestaltete, und sich auch in Spanien und Frreic seit Beginn des Jahrhunderts herausbildete, geschah diesgeraume Zeit hindurch immerhin nur sehr vereinzelt. Mindestens

doch

bis