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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

Eitelkeit immer mehr um sich griff, es den Reicheren gleich zu thun-Diesem Hange hatte man schon auf dem Reichstage zu Lindau Jahre 1497, sodann auf dem zu Freiburg im Breisgau um 1498, uauf dem Reichstage zu Augsburg um 1500 durch Aufstellung vonsonderen Verordnungen hauptsächlich gegen den steigenden Aufwand elHochzeiten, Kindtaufen und Begräbnissen möglichst zu begegnen versucIndessen erging es sowohl diesen, als auch allen ferneren derartigen VerOrdnungen, wie solche unter anderen auf den Reichstagen zu AugsbuL,im Jahre 1530 und im Jahre 1540, auch sonst von Fürsten oder Behoiden wiederholentlich erlassen wurden, nicht anders wie den Kleideronungen; man kümmerte sich eben nicht darum. Ueberdies tratenhalb der einzelnen Gewerbe selber zwischen Meistern, GesellenLehrlingen, gefördert durch ihre freiere Stellung, die mannigfachsten ^würfnisse zunehmend hartnäckiger zu Tage. Und schliesslich führte ni .die vor allem auf Genuss abzweckende allgemeine Zeitrichtung zu e >®^nur zu raschen Steigerung von noch tiefer einschneidenden Uebeln,grober, roher Ungebühr, von Unordnung, Lüderlichkeit und Trägheit,Alles freilich nicht angethan war das Handwerkerthum zu heben, 11seinen Betrieb zu begünstigen. Auch übten ausserdem auf das ««■der allmälige Verfall der Hansa, und die nunmehrige Umwandlung ^Handelsverhältnisse überhaupt, wenigstens für die nächste Zeit,starken Gegendruck aus.

Indessen, wenn das Handwerk auch im Allgemeinen von

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einstigen Höhe herabsank und verflachte, blieb nichtsdestowenigergeboten, sich aus ihm hervorzuthun. Das Verhältniss wechselte,rend früher der Einzelne, auch bei noch so hoher Befähigung, gl elC _ ‘ rin die Gesammtheit aufging, wurde es diesem nun um so viel Jei ^sich über die Menge zu erheben. Wie in allen Beziehungen, begann Jauch auf diesem Gebiete die persönliche Anlage, die individuelle ^gabung selbständiger hervorzutreten, seine Vorherrschaft zu beg' l,nGleich schon seit Anfang des Jahrhunderts nahm in den verschiede .Zweigen des Kunsthandwerks und der Gewerbe die Zahl von selbserfindenden Köpfen in rascher Folge beträchtlich zu. Namentlich m

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seither vorzüglich regen Gewerbsstiidten, in Mailand, Florenz , ~„ gge l rVenedig, in Baris, Lyon, Marseille, in Gent, Brügge , ® rl ^ nI g,Antwerpen (zudem später in Amsterdam), in Nürnberg , Auf »*’ a ^nUlm, Cöln, Prag, Wien u. s. f. mehrten sich, insbesondere k’ s ”jj 9 ]ddie Mitte des Jahrhunderts, die mannigfachsten Erfindungen, um *Gemeingut zu werden. Vorwiegend auf den immer rascher um sifenden Fortschritten der Wissenschaften, wie der Chemie, Physik, gBmatik und Mechanik beruhend, trugen sie wiederum wesentlich zutieferen Förderung bei. Nunmehr begannen sich alsbald Einzelne