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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

nerei, das ganz- und halberhobene Relief, in Anwendung. Zu den üliehen Behandlungsweisen wurde durch Benvenuto Cellini unter andere®die „Grosserie“ erfunden (?): die Platten oder Schmucktheile einzelni überModelle von Thon oder Erz zu treiben und miteinander zu verlöthe®-Unter fortgesetzter Verwerthung der ganzen Fülle der Verzierungsmit e(S. 808) wandte man sich nun vorzugsweise der Darstellung der menscliehen Figur, vereinzelt und in Gruppen, der von Genien u. dgl.jauch der von ganzen Scenen aus der altrömischen Götterwelt, der alte nGeschichte u. s. w. zu; ingleichem, oft in Verbindung damit, der Darslung von Thiergestalten in naturgemässer und phantastischer BehandlungNicht minder machten die Goldschmiede von den „Grottesken“ viel aGebrauch, was .denn zugleich besonders Gelegenheit zu zierlichsterbenutzung sowohl der Emaülirung, als auch des „ Niello der »T al ~schirung“ und der „Damasquinerie“ gab (S. 758). Ueberhaupt ihr Augenmerk vor allem auf reichste Verzierung richtend, entsagten sie, vorn»bei Verfertigung von Geräthen, der etwaigen Nachbildung von bann ^Formen allmälig fast gänzlich, indem sie auch für die GrundgestalW 1 ^durchgängiger die gebogene, geschwungene und quellende Linie vorzog ^Und eben diese Geschmacksrichtung ging auf Frankreich über. 1 ,

indessen sollten die Goldschmiede, nachdem sich ihr Betrieb unter Karl ~kaum erst wieder erhoben hatte (S. 454) zunächst, wenn auch kurz ^übergehend, abermals fühlbar beeinträchtigt werden. Ludwig A •der Absicht, die edlen Metalle dem Handel wie dem Verkehrsleben ^erhalten, verordnete im Jahre 1506 „dass weder Küchengefässe,Weingefässe, Flaschen noch andere grössere Gefäs se ohne GcnehiWo .des Königs, und lediglich Tassen und Töpfchen im Gewicht vonMark und darunter, Salzfässer, Löffel und sonstige kleinere Gegen«von geringerem Gewicht, und Arbeiten für Gürtel und Reliquiarien

dass ®

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Silber gefertigt werden sollen.“ Da sich jedoch bald erwies,nun grössere Arbeiten der Art aus der Fremde kommen liessnichts bewirkt ward als Hemmung der heimischen Gewerbsthätignahm der König die Verordnung schon um 1510 zurück, lin< ^jgde®„jedes Gefäss in Silber von solchem Gewicht und solcher Form, alsbeliebe, herzustellen.“ Dies Zugeständnis blieb nicht ohne Erfolg-^,.j. er ,Aufträge mehrten sich schnell; man arbeitete mit um so grösserem ^Und bereits in den ersten Jahren der Regierung Franz 1 -» wese ^ 0 id'durch ihn befördert, stieg der altbegründete Ruf der französisch® 1 ^schmiede dergestalt, dass selbst Benvenuto Cellini sich gedrungensie ihrer grossen Kunstfertigkeit wegen über Alle hochzuschätzen- D ,ausgezeichnet, wie im Metallwerk, bewegten sie sich in der Mi ^düng des durchscheinenden und undurchsichtigen Email. Letzterminder leuchtend, wollte anfänglich keine sonderlichen Liebhaber