842
ü. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Uhren machte; Jacob Marquart, ferner Hanns Schlottheim undRoll, die beide für Kaiser Rudolph II. um 1581 und 1589 in künstlichenUhrwerken thätig waren, wovon mehrere des zuerst genannten der ukisclie Sultan erhalten sollte. Ingleichen berühmt war daselbst l anBuschmann durch seine Kästen mit Orgelwerken nebst musicireiFiguren darauf, durch Vexirspiegel, draisinenartige Laufwägen, Wassewerke u. dgl. m. In Nürnberg standen in hohem Ruf, auch seiwegliclier Figuren wegen, der Schlosser- und Grossuhrmacher tBoimann (gest. 1535), Georg Heuss (starb 1524), Andreas H e d n(gest. 1545), Caspar Werner (gest. 1545), welcher ein grosses künst icSchiff fertigte, das sich sammt allen darauf angebrachten Figuren sezu bewegen schien, und, noch Anderer zu geschweigen, Ilanns Enn(gest. 1551), der das ohne Schlüssel zu öffnende „Nummern- oderstabenschloss“ erfand. Schliesslich kam den Eisenarbeitern, wie aübrigen Feuerarbeitern, zunächst in Deutschland die Erfindung des s0 & enannten „grossen Gebläses“ zu Gute, die der Orgelbauer Hans Lobsing ein Nürnberg um 1550 machte, indem es ihm gelang „beliebig gBlasebälge ohne Leder, lediglich von Holz zu beschaffen, welche g ,elmässig, wie für Orgeln, auch für Schmelzhütten dienlich seien.“
Auch von den Kupfer- und Blechschmieden beschäftigte 11hie und da Einzelne mit Herstellung von ähnlichen Dingen. Zu solczählte, wiederum in Nürnberg, ' Hanns Frey [go st. 1523), der Schwieg^vater Albrecht Dürers. Dieser Frey „machte allerley Bilder, Manns- uWeibs-Persohnen, die waren inwendig hol, und also durchs Gebläs zU ^richtet, dass das eingegossene Wasser ihnen zum Kopf heraussprangan anderen Orten mehr in die Höhe, und mögt ein jeder solchen B rUtragen und mitten in einen Saal setzen und zu zierlichen Ehren gebiaUdien.“ Neben diesen zeichnete sich hier durch besonders kunstvollebeit vor allem Sebastian Lindenast aus (gest. 1520). Derselbe fertig„nichts anderst dann von geschlagenen und getriebenen Kupfer, ^ aramachte er Gefass allerley Manier, als wäre es von Gold oder ® g
trieben, derohalben Ihm Maximilianus Hochlöblichster Gedächtnus,er sein Kupferarbeit vergülden und versilbern mögt gnädiglich privilegwelches Privilegium hernach seinem Sohn Sebald, den er verliess, a f,schlagen wurd zu gebrauchen.“ Nächst der vielfältigen VerwendungKupfers fand die Verarbeitung des Messing immer allgemeinerebreitung, namentlich nachdem Erasmus Ebner , ein Gelehrter in ^berg , im Jahre 1535 zuerst (?) die Bemerkung gemacht hatte, das»bisher unbeachtete sogenannte „Ofengalmey“, mit Kupfer gemischt, "sing giebt . 1 In England, wo die Bereitung des Messing seit der c 1
1 Johann Neudörffers Nachrichten etc. S. 29; S. 12.
2 C. Vollbeding. Archiv nützlicher Erfindungen etc. S. 296.