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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
und Einführung von Glaswaaren ein Privilegium ertheilt. — Im j“ n o eren Verlaufe dieses Zeitraums kam, als neu, ein schwarzes Glas aU ’wie solches bereits das Alterthum als Nachahmung des Obsidian kannte,dessen man sich zugleich zum Ersatz der bearbeitungsfähigen versteinerten schwarzen Holzkohle, des „Jayet“ oder „ Jais“ bediente.
Die Töpferei im weitesten Sinne 1 wurde in allen Betriebszweige 11in jeder Hinsicht ungemein gefördert. In Italien fuhr namentlich Faenza fort, sich durch gewöhnlichere Steingutwaaren auszuzeichnen, wahredie Majolica- Arbeit, hauptsächlich am Orte ihrer Begründung, im H erzogthume Urbino, durch Giorgio Andreoli (bis 1552) und mehrereGlieder seiner Familie ausserordentlich vervollkommt ward (S, 458). ®
sonders günstig wirkte hierbei mit dass Andreoli bald nach BeginnJahrhunderts, zwischen den Jahren 1510 und 1587, zwei neue (Zinn - o eBlei-) Glasuren, ein Eubinroth und einen in allen Farben scbill cin eGoldton erfand, welche die bisherigen Glasuren an Glanz und Geweit iibertrafen, und dass gerade diese Arbeit an dem Herzog von Urbino ,Guido Ubaldo II. (1538—1574), eine dauernd kräftige Stütze fand. I jCt ^terer erhielt den Betrieb durch zahlreich grosse Aufträge nicht allem ^steter Spannung, vielmehr sorgte auch für seine kunstgeinässere D ubildung, zu welchem Zweck er den Venetianer Batista Franco ,ß emolei“ (gest. 1561) als Musterzeichner beschäftigte. Fortan wandtesich rücksiehtlich des bildlich - malerischen Schmucks fast lediglichNachahmung von Gemälden, Zeichnungen u. s. w. Raphaels und anhervorragender Meister, vorzüglich der umbrischen Schule zu. Nach d ieRichtung hin vor allem thätig erwiesen sich die Werkstätten von I’ cB ^. tund Castel Durante, deren Leistungen sich zu dieser Zeit, etwa ^1540, zu hoher Vollendung steigerten. Inzwischen, zum Theil gleicAnfang des Jahrhunderts, hatten sieh auch anderweit ähnliche Werksgebildet, die jenen eifrig nachstrebten und mehrfach, ebenfalls un *' er ^Leitung begabter Künstler, nicht minder Treffliches lieferten. Mit zugeschätzten dieser Künstler zählten Rovigo d’ Urbino (um 1530 tha 1 ’Cipriano Piccolpasso , Terenzo di Maestro Matteo und, nächst Fr anXanto Avello (um 1540 blühend), ganz besonders Orazio F° ,lia(starb 1571) und sein Bruder Flamminio, welchen später der Gröss ter ^von Toscana nach Florenz berief, wo er die Gefässmalerei einfu 1
1 S. (nachträglich) bes. Broignart. Traite des arts c^ramiques etc ‘ . ftn d1844. J. Marryat. History of potry and porcelain in the 15th, lßfcb, 1 „gelbe18th centuries. With a description of the manufactur etc. London . ( 0
traduit de l’anglais sur la deuxieme Edition, et accompagnd de notes p ar’Armaille et Salvetat. Paris 1866). . . gC j,eö
2 L. Lanzi . Geschichte der Malerei in Italien etc. Aus dem ItaUenJübers, von G. von Quant etc. Leipzig 1830. I. S. 434.