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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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849
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Ü. Gteräth. Kunsthandwerke etc. ini AUgem.; Töpferei (1500 1600). 84((

Bedeutender indessen war Orazio, der sich sowohl durch Grossaitigkeitin Erfindung und Auffassung als auch durch Reichthum der Phantasieund gediegene Ausführung kennzeichnete. — So beträchtlich die Zahl derderartig gefertigten Geräthschaften ihrer zwecklichen Verschiedenheit nachzunahm, ebenso wuchs die Yermannigfachung ihrer Gestaltung im Ein-zelnen. Jede Werkstätte beeiferte sich Uebcrraschendes zu bieten, unds ° gingen aus ihnen insgesammt neben jeglicher Art von Geschirr, alsPlatten, Tellern, Schüsseln, Näpfen, Wasserbecken, Kannen, Flaschen,^ äsen, Kühlgefässen, Ständern, Gewürzbehältern u. a., selbst Werke vongrösserem Umfange, wie Altäre, Heiligenschreine, Klippen, Truhen, Lichter-balter, Candelaber u. a. m. mit vielseitigster Verwerthung der Plastik und' Malerei hervor. Im Ganzen jedoch bewegte sich die verzierende Aus-übung noch fortgesetzt nur äusserst sparsam m etwa frei herausgear-be 'teten Arabesken, sondern vorwiegend, bei stets kräftiger schwungvoller^esammtprofilirung, in flachen und mäBsig erhobenen Ornamenten undeine ® jetzt allerdings zumeist fein künstlerisch behandelten Wechsel vonnut 'wenigen Tönen, wie denn, abgesehen von jenem Rubmroth undschillerndem Goldton, in Gelb, Grün, Blau, Violett und We.ss. Be. Be-* nalun e der „mezza-majolica,“ welche seit dem Jahre lo40 allgemeinerbel *bt wurde, pflegte man in Darstellung von Figuren u. dgl. ebenfallsn °ch nach wie vor nur die Gewandung mehrfarbig, alles Fleisch aberWc 'ss und die Umrisse blau oder schwarz zu halten, ohne AndeutungVon Schatten und Halbtönen, auch sich immer noch auf mir wenige Ver-zierung,^ zu beschränken. In solcher Weise, wobei indessen die Färbungstl ' ts einen eigenen metallischen Glanz erhielt, stattete man jetzt voiwie-g( H unter anderen kostbaren Geschirren, theils oft ziemlich umfangreicheWa <menförmige Gefässe zum Aufhängen, theils kleinere (Untersetz-) btander0(ier „ giretto“ aus. Auch übte man bei einzelnen Geschirren, so vornam-bei denen aus sogenannter „Pesaro-Faience/* schon iiüli eine rtV «'-goldung; ein besonderes Verfahren, auf welches Giacopo Lan-fanco bereits um 1509 ein Privilegium empfing. Jedoch, gleichwie dierbe ‘t des Deila Robbia (S. 458) mit seinem Bruder, dessen Söhnen und;, e( [ en «eit 1553 abstarb, und zugleich mit in Folge des steigenden Be-; ,Cb3 t ' er Majolica zu roherer Nachahmung herabsank, so auch geneth^Mq/oKca-Arbeit selbst nach dem Ableben Orazio Fontanas, noch^Weunigt durch den Tod des Herzogs Guido Vbaldo (1574), ziemlichs Sch i" Abnahme. Allmälig von wirklichen Künstlern verlassen, verlorjJ e PortnenbcbandUuig an Reiz und ihre malerische Zierde an kunst-r '^h er Bedeutsamkeit. Statt der sonst verwendeten zumeist ausgezeich-<lu ! V ° rbilder "’amlte man sich mehr und mehr den gleichzeitigen, fast»oh • ngig stark manierirten Darstellungen niederländischer Maler zu,61 01 an ohne sorgfältigere Wahl auch selbst die Landschaft nicht nur

'**i Kost ümkunde. III ^