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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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851
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B. Geräth. Kunsthandwerke etc. im Allgem.; Töpferei (1500—1600). 851

fache oder getupfte, den) Schildpat ähnliche Glasirung aus, indem siehßo «en und Lyon ausser in der Herstellung von noch andersfarbigenGeschirren, etwa seit 1550, in Nachahmung der Majolica-Arbeit mitgrossem Eifer bethätigten. Um die itfojoföcß-Arbeit zu fördern, beriefaus Italien mehrere geschickte Arbeiter und richtete mit Hülfe der-selben um 1555 dafür eigene Werkstätten ein. Zu gleicher Zeit, wasdenn diesem Betriebe wesentlich mit zu Gute kam, fand ein Faenzer ind er Nähe von Nevers eine Töpfererde, welche völlig die Eigenschaft derFaenzererde besass. Fortan, durch solche Umstände begünstigt, liessenes sich auch hie und da Einzelne ausschliesslich angelegen sein, aufdiesem Gebiete das Höchste zu leisten. Und während die grossen Werk-stätten im Allgemeinen bemüht blieben, je in der ihnen eigenen WeiseVorwiegend den Bcdüvfnisszwecken in steigendem Maasse zu genügen,entstanden daneben, nach schon früheren doch nur spärlichen Vorgängen,zahlreicher verschiedenartige Aufwand- oder Luxusgeräthe von wahrhaftkünstlerischem Gepräge. Es äusserte sich ein solches Bestreben, wie esscheint, bereits zu Ende der Regierung Franz /., erfolgreicher aber jeden-falls erst unter Heinrich II. (1547-1559). Die so beschafften Arbeiten,als »Faience Henry II“ oder, nach ihrem vermeintliche)) Verfertigungs-orte > als „Faience d’Oiron“ bezeichnet, 1 von welchen, in Sammlungenzerstreut, zweiundfünfzig Stück bekannt sind, bestanden demzufolge haupt-sächlich in allerlei zierlichem Kleingeräth, in Vasen, Schüsseln, Schalen,~* 0sen > Salzbehältern, Schreibzeugen (?), Ständern, Leuchtern u. dgl. m.Ausgezeichnet durch Feinheit und Weisse der Masse, wie durch zumeistaninnthige Gestaltung im altrömischen Gcschmackc, erhielten s, e , beistrenger Beobachtung einer ebenso gefälligen als leicht bewegten Gesammt-Profilirung, eine obschon maassvolle doch reich erscheinende Ausstattungnur theilweis gefärbten Verzierungen. Letztere, meist zait um emfach behandelt, bald mehr bald weniger erhoben, seltner völlig rund ge-leitet, und (was ausschliesslich hier Anwendung fand), ganz a in icW le bei Lederarbeiten, mit Rädern und Stempeln eingepresst, auch wohlztellenweis leicht durchbrochen, bildeten theils (in eben dieser Art her-Sestelite) Flacharabesken von durchgängig gleichem Gepräge, wie Band-Verschlingei, u. s. w., oder wechselnd zierliche Grottesken, theils Figuren!° n Menschen und Thieren, Masken, Console, Pfeiler, Blumen, Kranze,^' landen u. s. f. Bei allendem wurden die Verzierungen stets mit demer äthe aus dem Ganzen, nicht etwa als Ansatzstücke je für sich sclb-!! anc % durchgebildct. Im Uebrigcn sind von diesen Geräthen, derenVerf «tigung an sich, wie ziemlich gewiss anzunehmen ist, nach 1560

Qi ‘ Lea faience d’Oiron, lettre ü M. Riocreux, conservateur du musee deind 8 ' Fontenay Robuclion. 1862; vergl. bes. J. Lab arte. Histoire des artsU8 ‘fiela au moyen äg0 etc IV . s. 517 m. Abbildgn.