oo# 11. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
aufliörtc, einzelne mit dem Abzeichen Franzi., dem Salamander, andere*und zwar die vorzüglichsten, mit dem Zeichen Heinrichs II. versehen.
Daneben, jedoch wesentlicher die Behandlung der Majolica verfol-gend, trat dann als Meister in seinem Fache der Faience-Arbeiter, Glas-maler, Bauzeichner und Bildner Bemard Palm// (1510-1590) hervor.Begünstigt durch Catharina von Medicis und den Kardinal von Mont-morency, auch in Paris zum Hoftöpfer ernannt, wo er zugleich ein Col-legium für Naturwissenschaft unterhielt, fertigte er im Verlauf von zehnJahren die verschiedensten Gegenstände, die sich sämmtlich nicht alleindurch hohe technische Vollendung, als vielmehr noch durch eine ganzeigene Formbehandlung auszeichneten.' Die Gegenstände selbst warentheils für sich bestehende Schmucktafeln mit aufgebrannten Malereienoder erhobenen Darstellungen meist aus der römischen Götterlehre undder altrömischen Geschichte, theils runde, ovale, vier- und mehreckige,flachere und tiefere Platten, Schüsseln, Teller, Näpfe, Körbe, Wasser-oder Kühlgeschirre, Standvasen, allerlei Tafelaufsätze, Figuren (einzelnund gruppirt), Henkelkannen, Salzbehälter, Ständer, Leuchter u. a. m.Zudem nun aber dass sich Palissy zur Ausstattung dieser Geräthschaftenaller für solche Dinge auch sonst schon angewandten Verzierungsmittel»so namentlich Figürliches, mancherlei Arabeskenwerk und baulicher Orna-mente bediente, versah er sie in weit überwiegendem Maasse, ja zumgiösseren Iheil ausschliesslich, mit stark erhobenen Nachbildungen derheimischen Thier- und Pflanzenwelt, mit Astwerk, Blättern, Blumen,Früchten, gemischt hauptsächlich mit Schlangen, Fröschen, Eidechsen,bischen, Krebsen, Muscheln, gelegentlich auch mit Schmetterlingen,Käfern, Fliegen u. s. f., je in Auffassung und Färbung möglichst natur-getreu dargestellt. Für den Grund wählte er zumeist einen stark g e ‘sättigten Ton, blau, braun, graubraun oder anders, fast immer zwei-,auch mehrfarbig (grün, braun und violett) marmorirt, nur äusserst seltendurchweg weiss. Im Ganzen beschränkten sich seine Farben auf Braun,Graublau, Violett, reines Gelb, Ockergelb, Indigoblau, Saftgrün, Gelbgrünund gelbliches Weiss, sämmtlich von ausnehmendem Glanze und in derGlasur sehr fest. Roth, Schwarz und reines Weiss vermochte er nichthervorzubringen. Da Palissy mehrerer Anklagen wegen, welche zumTheil die Religion betrafen, erst in die Bastiile und hernach ins Cha tele 4
verwiesen wurde, wo er bis zum Tode verblieb, führten seine Brüder und
Mitarbeiter, Nicolaus und Mathurin, den Betrieb bis in die Zeit/ichs IV. fort, doch ohne ihn eigens zu fördern. Alle späteren ^ ersuche
Pol » ^ Sauzai et M. Henri Delange. Monographie de l’oevre de Bernar
i äy suivie d’un choix de ses continuateurs ou imitateurs, dessinee par M. Car
T t “v5 9 . 6t C- Bornemän - Paris 1842. gr. Fol. m. ehromol. Abbildg.; daZJ. 1/abarte a. a. O. IV. S. 501 ff.