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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
weniger noch an Mannigfaltigkeit. Von den bestehenden Gestaltungenwurde, insbesondere in Deutschland , die bei weitem grössere Zahl theilsohne Veränderung beibehalten, theils der neuen Geschmacksrichtung nurim Zierrath angepasst, während aus dieser Richtung nun selbst wiederumeine ansehnliche Reihe von eignen, neuen Gestalten erwuchs. Vor alle®hierbei von Bedeutung war die Verallgemeinerung des Elfenbeins,Glases und der Faiencen, was dafür jetzt nicht allein wie seither mitmetallnem Schmuckwerk verbunden, vielmehr, und gerade in weitesterVerbreitung, je selbständig in Anwendung kam. Hinsichtlich des Reich'thums im Formenwechsel Hess sich das vorzugsweise trinklustige Deutsch “land den Rang nicht streitig machen. Mit Beharrlichkeit fuhr es fortden Trinkgeschirren jedwede Gestalt, wenn noch so widersinnig, zu geben.Und wie die übermässige Trinklust als das „Zutrinken“ und der „Sauf-teufel“ mehrseitig die schärfsten Angriffe erfuhr, versäumten auch Ein-
zelne keineswegs zugleich jenen Umstand zu rügen. Der gegen
diese
Völlerei eifernde Freund konnte nicht umhin in die Klage auszubrechen•„Heutiges Tages trinken die Weltkinder und Trinkhelden aus Schi en,Windmühlen , Laternen, Sackpfeifen, Schreibzeugen, Büchsen, Krummhörnern, Knebelspiessen, Weinwagen, Weintrauben, Aepfeln, Bir nen >Kokelhähnen, Affen, Pfauen, Pfaffen, Mönchen, Nonnen, Bauern, BaremLöwen, Hirschen, Rossen, Straussen, Katzen, Schwanen, Schweinen»Elendsfüssen und anderen ungewöhnlichen Trinkgeschirren, die der i ßerdacht hat, mit grossem Missfallen Gottes im Himmel.“ Ingleieh e ®fühlte sich unter noch Anderen der würdige Johan Mathesiusmit Bezug auf eine wohl zumeist verbreitete Form zu bemerken: » ^seht ihr den silbernen Narrenkopf mit Ohren und Schellen, daraus *die Leute zum Nabal soffen.“ So aber war es in der That, ja ersich bei dem Bemühen es hierin einander zuvor zu thun, in bcstan eSteigerung, wie man denn später auch dazu schritt Geschirre in *von Kleidungsstücken, Stiefeln, Schuhen u. dergl., von Schubkarren, £legentlich mit Hinzufiigung von Figuren , 8 von Kriegsgeschützen,mörsern, Kanonen u. s. w. zu beschaffen. Auch manche unfläthig en > ^gar äusserst unzüchtigen Darstellungen wurden mit herangezogen ^fanden vielfach Liebhaber. Nach diesser Seite hin that sich schonItalien und niiehstdem Frankreic h in Folge der hier fortwuchern^Weiberwirthschaft besonders hervor. Lügen einzelne Nachrichtenso gaben in Frankreich die höchsten Stände bisweilen schwelg erlS
1 Vergl. A. Pr im iss er. Die k. k. Ambrasersammlung. S. 225; A- B er l e P
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Chronik der Gold- und Silberschmiedekunst. S. 159 ff.
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