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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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B. Geräth. Hausgeräth; Trinkgeschirve (15001600).

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U ei1 ^ ri, uk zu empfangen. 1 Der Gebrauch ist deutschen Ursprungs,

aber, und so auch die Benennung der dazu benützten Gefässe, auf

anderen Länder über. Sie hiessen in Frankreich vidrecome in

PanienvelHcomen und in Italien hellicone. Diese Gefässe be-

nden durchgängiger in sehr umfassendenPokalen und kannenartigen

?. ^ m P e n, doch wählte man zuweilen auch hierfür manche absonder-

ll 6 ** esta lten wie Tonnen, Schiffe, Kanonen, Thiere, Ritter u. dergl. m.

U n ( j einze * nen Fällen musste sich der Trinker durch ein Geldstück lösen,

Pflegte man dann diese Stücke mit noch sonstigen Gedächtniss-

^ ze n rings um das Gefäss anzubringen, sie entweder aufzulöthen oder

1 Kettchen zu befestigen. Es war dies hauptsächlich Ilandwerksge-

a Ue)i. j e( j e Qewerbs-Innung oder Zunft besass auf ihrer Zunftstube

0 ^ n u, nfangreichenWillkommen, gewöhnlich in Gestalt einer Kanne

eines bedeckelten Humpens, welcher, wenn auch nur von Zinn,

p . sel ten eben durch solche Ausstattung ungemeinen Werth erhielt.

^flgte man die Gefässe, wie häufiger die (cylindrischen) Humpen, von

flieip S ° sc ^ lni fl c ^ tc man s ' e gelegentlich theils durch leichte Schnitzerei,

Bern 8 e" e me ' s *- flache Einlage von metallnen, silbernen oder zin-

bes l" ^' errat ben. Mit zu diesem Kreise zählte auch der aus Metall

ante »Kelch, der indessen überdies seine, altherkömmliche Bedeu-tung a io j

sein e 8 UaS vorne b mste und festlichste Trinkgeschirr behauptete. Ohnebeef, 6 ^ riln flgestalt, die eines von hohem Fuss getragnen schaalen- oder8c | ) o* r ^ rtn *Sen Behälters zu verändern, erfuhr der innerhalb dieser Formln p S ° Veic ^ durchgebildete Wechsel noch eine bedeutende Steigerung.q der neuen Geschmacksrichtung beliebte man den Kelch im

Ver\y 6n ZU au sserster Schlankheit zu gestalten, nun sogar auch bei Mit-hielt e . n< ^ un S v°n früheren Verzierungsformen (Fig. 331). Der Fuss er-a Us J et * e beliebige Gestalt. Das eigentliche Fussgestell, jetzt seltenerAach re s ^ögen rosettenartig aufsteigend, sondern häufiger als eine Platte,a nf<v v me * 1r * {a utig und nach Art scharfer Facettirung behandelt, wardStell e Wichste verziert. Der Schaft verlor den Mittelknauf, und anEj n ., er lür ihn bisher vorzugsweise benutzten (germanisch-) baulichenVo n r e '^ e trat theils eine mehrfache, höchst unterschiedliche Gliederungges c l 11 en > Imsen-, eiförmigen Körpern, von geraden, aus- und einwärtsatl Seorj ln ^ lien hatten, Leisten u. dergl. nebst dazwischen und darüber^ ru Ppe ne | CIn Kleinzierrath, theils eine einzige Figur oder eine Figuren-vieif-jti entsprechendem Beiwerk. Die Kuppe nahm an Höhe zu,® lf * solchem Maasse, dass sie fast zwei Dritttheile der Gesammt-

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t' ^ Primisser k. k. Ambrasersammlung. S. 37; S. 222 ff.; S. 294 ff.

e Psch. (n P, er Führer durch das histor. Museum zu Dresden S. 8; A. Ber-ronik der Gold- und Silberschmiedekunst. S. 164 ff.