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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Handhaben oder Henkeln. Hiervon kam die Form des Bechers haupt-sächlich für Majolica, die der unterstützten Schale wesentlich fürFaience in Anwendung. Indessen nun innerhalb solcher Beschränkunggestaltete sich die Durchbildung im Ganzen, wie in der Verzierung^'weise, sowohl bildnerisch als farbig meist ebenso mannigfach als reizvoll)so dass gerade diese Geschirre mehrentheils das volle Gepräge von wahr-haften Kleinkunstwerken erhielten/ Einzelne meisterhaft durchgeführteTrinkschalen mit fast überreich zu Thierköpfen, Masken, Blumenwerk,Arabesken u. s. w. aufgelösten Fussgestellen aus sogenannter „Faienced’Oiron“ (oder „Faience Henri II.«) legen dafür Zeugniss ab 1 * (vergl-S. 851). —
Schliesslich, abgesehen dass man fortfuhr Trinkgefässe auch vonKrystall und edleren Steinen mit Umfassungen von reicher GoSchmiedearbeit zu fertigen,“ wurden etwa seit den siebenziger Jahren dieaus Elfenbein geschnitzten „Humpen“ mit Deckeln und Metallbeschlügen 3 unter den Reicheren immer beliebter (S. 836). Als Gegenstände zu den Schnitzereien, die meist ziemlich hoch behandelt wurden)wählte man gemeiniglich figurenreiche Erfindungen allegorischen umythologischen Inhalts, wobei das Kackte überwog, wie Götterzuge)Amoretten, besonders jedoch Bacchusfeste mit allen den dahingchÖrig CI bfreilich nicht immer sehr sauberen orgiastischen Ausgelassenheiten-Die Speiseg es ehirre im engeren Sinne blieben der Sache n adieselben: Unterschiedlich grosse Platten, Schüsseln, Schalen, N»P ;Teller, Confectträger u. s. f. Wesentlich Neues kam nicht hinzu, esdenn etwa, dass man begann für gewisse Zuspeisen, die vielleicht e -erfunden wurden, wie Gemüse, Salate u. dergl., eigene Gcfassfor®® e "einzuführen. In der „Isle des Hermaphrodites der Satire auf ‘rieh III., heisst es bei Schilderung der Tafel: „Die Salate befanden s ’^auf grossen emaillirten Platten, die ganz aus kleinen Vertiefungenniches) gebildet warenalso in diesen Vertiefungen vertheilt-liessen diese Geschirre in ihrer Haupt- und Grundgestaltung, a ^ s £ ^den Zweck einmal fest bedingt, kaum eine entschiedenere WandlungUm so grösser indess war der Wechsel, welchen sie riicksichtlich^^Stoffs und, unter dem Einfluss der Renaissance, in der Verzierung» ^erfuhren. Nächstdem dass es allerdings in weiteren Kreisen üblich
i Vergl. die Abbüdgn. bei Emil Reiber. L’art pour tous. 9-1869 Kr. 10. p r i-
a Mannigfache Beispiele in vielen der genannten Werke; dazu A.misBer. K. k. Ambrasersammlung S. 230; S. 235 n. a. m. schrei'
3 S..über einzelne vorzügliche Arbeiten der Art. F. Kugler. ^bung der k. Kunstkammer zu Berlin S. 205; A. Primisser. a. «■ G*
Auch hiervon Abbildgn. mehrfach vorhanden.