Oerath. Ilausgeräth; Kirchenmöbel: Chorstühle u. s. w. (1500—1600). 903
Indem ihr Fuss und Schaft, ganz ähnlich dom Uutcrtheil der Kelche,• lu fs mannigfachste gegliedert und verziert wurde, erhielt das krystalleneoder gläserne, scheibenförmige Behälter der Hostie eine reich mit Steinen'*• s - w. besetzte Umfassung, mehrentheils in Gestalt einer strahlenden
Sonne,
auch wohl mit Beiwerk von Engeln 11 . A., theils in Form von
lankenwcrk mit dazwischen geordneten, sinnbildnerischen Figürchen, und’j 1 diesem Falle bisweilen ausserdem, mit Bezug auf die heilige Speisees Abendmahls, auf der einen Seite, als Sinnbild des Brodes, eine Aehre' 0n Diamanten, auf der anderen, als Sinnbild des Weins, ein Trauben-Schiinge von Bübinen; u. A. m. — An den Beliquienhehältnissen,Reiche immer noch in ziemlicher Anzahl gefertigt wurden, bot sich derFantasie fortgesetzt das weiteste Feld der Bethätigung. Wenngleichauc h hierbei die sonst dafür häufiger angewendete rein bauliche Formlltln > als Nachbildung des neuen Baustyls, kaum noch gemäss erschien,gewährte statt dessen die Gestaltung von antikisirenden Sarkophagen,r uhen, Ueckelkästen und wannenförmigen Behältern mit allerlei ver-ödenden An- und Aufsätzen die vielseitigste Entschädigung. Zudemgestattete die fortan vorwiegende Kleinheit der zu bergenden geheiligten
lieber;
die
Teste in Durchbildung ihrer Fassungen jede Freiheit, also dass dennhn neuen Geschmack behandelten Kunstarbeiten der Art weder in* oenigfaitjgkcit und Reichthum, noch in Vollendung hinter den früherenu gend zurückblieben. — Von den grösseren Behältnissen -wandelten sichv ° r allem die sogenannten „Taufsteine“ zum Theil ganz im Sinne derJ'ouen Kelchform um, erhielten jedoch auch die Gestalt einer weitaus-p e ^'den, tiefen, auf hohem Fuss ruhenden Schale von schwungvollemro, 'l nebst erhobenen Zierrathen; der Fuss mitunter vielflächig, auch(drei bis vier) Einzelstützen getheilt, längs den Kanten oder durchausar| atydenartig ausgearbeitet. Demähnlich die We-ihWasserbecken,0ran s 'eh indessen, da diese jetzt vielfacher mit der Wand verbundenUr den, eine dem entsprechende Fülle eigner, meist halberhobner Zierden,8 (Wand-) Umkleidung entfaltete. Im Uebrigen ward es zunehmend® fäuchlicher sich an Stelle der feststehenden „Taufsteine“ blosserl* ai , Isch üsseln“, aber von ebenfalls schmuckvoller Beschaffenheit zu^dienen. — Das Beleuchtungsgeräth in seiner ganzen Verschieden-! üt a l' ä Stand-, Wand-, Hänge-, Trage- und Kronenleuchter, folgte riiek-,c ülich seiner Gestaltung im Wesentlichen dem weltlichen Beleuchtungs-Scräthe, ausgenommen eben nur, dass es zu seinen Verzierungen vorzugs-6ls ® Darstellungen christlich-kirchlichen Inhalts beanspruchte (S. 898.)
Zu f as t noc | ( we itliei,erem Gepräge neigten die eigentlichen (Kirchen-)d obe l| die Bischofssitze, Chorstühle ;, Lesepulte, Truhen, Schränke undindem sie bei ihrer durchgängigeren baukiinstlerischen Fassung" e ‘rentheils selbst in der verzierenden Ausstattung eine etwa tiefere kirch-