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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
haltigen Wandlung. — Was die Musik durch tiefergehende Bestrebungengelehrter Musiker gewonnen hatte (S. 494), wurde von hochbegabtenMeistern zu höherer Vollendung geführt. Gegenüber den Niederländernerhoben sich Italiener und Deutsche. Während Orlando Lasso ausMons(1520 1594) die Gesetze des Contrapunkts zu feinstem Maasse ausbil-dete und seine Schöpfungen, nicht mehr allein kirchlichen, sondern auchweltlichen Inhalts, alle Welt begeisterten, erstand, eben da man in Rom beschloss die Instrumentalmusik aus der Kirche zu verbannen, als Mei-ster ersten Ranges und Wiederhersteller derselben Giovanni Pierluigi da Palestrina (1520—1594). Begründer einer Schule, fand er an Anerio,Nanmo da Vallerano, Giovanni da Veile tri und vor allen an Gregorio Allegri ' eifrige und theils glückliche Nachahmer. Zufolge des VorgangsOrlando s wandte man sieh in weiteren Kreisen zugleich der weltlichenMusik zu. Sie obschon bis gegen den Schluss des Jahrhunderts, beson-ders in Italien , eigentlich nur als Ballade, Canzone und Madrigal beiöffentlichen Festlichkeiten u. dergl. geübt, war doch gelegentlich auchschon zur Begleitung von kleineren theatralischen Vorstellungen verwen-det worden. Etwa seit den achtziger Jahren gewann auch dies an l' m ‘fang und Regel, woraus sich, in weiterem Verfolg, das festgeordneteSmgschauspiel oder die „Oper“ entfaltete. Ingleichem bildete sich daneben,im Anschluss an die Aufführungen von musikalisch-geistlichen Dramen,die „Kammermusik“ als solche aus, also dass um den Schluss dieses
Zeitraums jedweder Richtung ein fester Boden, ein bestimmteres Ziel ge-geben war.
Aber bei allendem, oder vielmehr wohl mit auf Grund gerade einessolchen rein künstlerischen Aufschwungs, galt die Wandlung der Instru-mente an sich zuvörderst noch bei weitem mehr dem Ohr als dem Auge,mehr dem Klange denn ihrer Form. So wenig es ausblieb, dass mit dertheoretischen Fortbildung der Musik auch die Verfertigung der Tonwerk-zeuge, zu dem entsprechend festerer Regelung, einer Theorie unterworfenward, konnte sich’s hierbei, der Sache nach, doch wesentlich nur um dmAnwendung der durch die Lehre von den Raum- und Zahlengrössen
et de la Renaissance. Paris 1852. Anzeiger für Kunde der deutschen Vor-zeit. ISeue Folge. 7. Jahrg. 1S60 Nr. 1 ff. ( m . Abbildgn) O. Comettont-a rr ‘ us,< l' j e, les musiciens et Ies Instruments de musique chez les different**peuptes du monde etc. Paris 1869. Von gleichzeitigen Werken, zum Theilicien Abbildgn. s. bes. Musica gedutsch vnd aussgezogen durch Sebastiandem 1 ng ’ Pne8ter von Amberg etc. Strassburg 1511. Musica instrumenfahf:Musurm V °£ Martin A - ricola - Wittenberg 1519. Ottomari Luscim'
(als mil8icae - Argentorati, apud Joannem Schotmm. 1536 ,
tiorum e^cle^ * MlCh ' Praetori,IS syntagma musicum ex veterum et recefl-16H— lg 4 'p], S ]p COrUm auctorum Actione, polybiBtorum consignatione etc- e