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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

breitung fand. Als Abartungen beider Instrumente, die sich jedoch sowohl von ihnen als auch untereinander hauptsächlich nur nach dem hmfange und der Zahl der Saiten unterschieden, entstanden dig vier- un^sechsaitige, kleineMandore (mandoline), dieColascione (col( ichow),und als grosse Laute dieTheorbe die Archiluth u. a. m. Die 1t h e \; die nun gleichfalls daneben auftrat, jedoch nicht, wie die Guitarie,an den Seiten ausgeschnitten war, auch metallne Saiten hatte, hielt zwisehen beiden gleichsam die Mitte. In Deutschland berühmt als Lautenspieler, und zum Theil auch als Lautenmacher, waren Conrad Cer(gest. 1529) und sein Sohn Hans in Nürnberg ; ingleichem Ottorieh, Melchior Neusiedler, Ochsenkuhn u. A. Zu mehrerer Mannig atigkeit, und in Betreff musikalischer Veredlung zu besonderer Vollkon^menheit, entfalteten sich auf Grundform der altenEotta undGig®oder vielmehr schon desViolon (S. 497) die eigentlichen Streic iInstrumente. Ihre durchgängig vorwiegende Gestaltung eines ova >an den Langseiten mehr und minder tief einwärts gebogenen, massig ausgewölbten Kastens mit geradem, längerem oder^kürzerem Halse neleicht rückwärts gebogenem Kopf ziemlich gleichartig fortsetzend, vendeten sie unter vielfachem Wechsel von Umfang, Besaitung, Anonung des Stegs, der Stimmwirbel und Schallöffnungen, nicht ohne mancherlei verzierenden Aufwand, ihre Um- und Durchbildung zu fast aden ihnen noch gegenwärtig eigenen Sondergestaltungen. Gleich gescluwie als Lautenmacher, galt Hans Gerla als Geigenmacher; nächstdemals nicht weniger geschickt, vorzüglich in Verfertigung von grösserenstrumenten, Hans Vogel in Nürnberg , von welchem sich ein tre 1 ^gearbeiteter Contrebass vom Jahre 1563 imGermanischen Mu seuDazu Nürnberg belindet. 1

Abgesehen von den eben nicht sehr merklichen Veränderungen, ^chen das Ackergerä th, auch fast einzig der Pflug, unddasFi sC

und .Jagdgeräth , 1 letzteres durch den Gebrauch von Handfeuerge»

1 Eine Abbildg. dieses Instruments s. inAnzeiger für Kunde dei dsehen Vorzeit. Neue Folge. 7.. Jabrg. (1860) Nr. 1. Fig. 2. z8 j,l-

'* Als besonders lehrreich für die Ivenntniss derartiger Geräthe sind direichen Verbildlichungen in folgenden Werken hervorzuheben: N euw J ft § ^ etWeydwerck Blich, Das ist Ein gründliche beschreibung vom Anfang ^Jagten, Auch vom Jäger, seinem Horn vnd Stimm, Hunden etc. ^ etU Q^etAilelichen Weydwerck der Falcknerey, etc. Desgleichen vom Fisch, Krebs, ^ gtviid Biber Fang etc. etc. Auch durchaus mit schönen Figuren, desgleichennie aussgangen. Francfurt am Main bey Johann Feyerabend 1532. 2Figuren von Jost Ammon). New Jägebuch: Jacoben von Fouilloux,fiirnemen Adelsperson in Franckreich etc. Darin gnxndtlich beschriben z ^Vom Jäger, des Jagten anfang etc. etc. Erst frisch von newen aU6S nhrantzösischen in gut Weydmännisch Teutsch allen Jägern vnd Weyd® 0