Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
926
JPEG-Download
 

926

II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

Bis gegen die Mitte des Jahrhunderts hatte sich der aufmerksamerenBeobachtung herausgestellt, dass die längeren Geschütze viel weiter tiu-gen als die kürzeren. In Folge dessen wurden hauptsächlich die ,,K arthaunen undSchlangen theils sehr beträchtlich, vereinzelt bis anfünfzig Kaliber, verlängert, woraus sich jedoch wiederum ergab, dasseine übergrosse Länge die Tragfähigkeit vermindere. Hiedurch zu ein-gehenderen Versuchen veranlasst, gelang es allmälig das der Grösseder Kaliber je entsprechend wirksamste Längenmaass zu finden. ^ el "tere Versuche, zum Theil unmittelbar daran anknüpfend, führtenzu mancherlei Verbesserungen sowohl in Anordnung der Kammernals auch der Metallstärke, der Art der Ladung u. s. f., wozu alsvon wesentlicher Bedeutung eine immer sorgfältigere Verfertigung desSchiespulvers kam. Diess Alles fand seine Förderung, vornämbbeim Feldgeschütz, in den deutschen Kämpfen seit 1547, und später bei®Belagerungsgeschütz, im spanisch-niederländischen Kriege. Etwa 81550 sollte in Deutschland ein Artillerie-Park 128 Geschütze, dazu <>Wägen und 3225 Pferde umfassen. Die Geschütze selbst theilten sici>je nach Gesammtgewicht, der Schwere ihrer Kugeln, der Masse il IiesPulverbedarfs u. a., sowie auch den Benennungen nach, in neunzehn AB®von denen die grösste, bestehend aus vierScharfe Metzen,

Pfund wog, 100 Pfund Eisen schoss, und anderweit berechnet war je240 Stück Kugeln, ebensoviel Centnern Pulver, im Ganzen zuWägen und 652 Pferden. Nächstdem aber unterschied man »vier ^ten, ,die man Mauerbrecher, und vier die man Feldgeschunennt. Zu denMauerbrechern gehörten einMatzianametzen), soll ein Centner oder 100 Pfund schiessen, ein Rana odersiliscus, so 75 Pfund Eisen schiesst, einDuplicana, auch A achU9 ^oder Singerin genannt, schiesst eine Kugel von 50 Pfund, eintan oder Viertel-Buchss, soll 25 Pfund schiessen: die-Feldgeschuwelche man auf der Achse führen und scliiessen muss, waren, aiB ^Art, die Trackana, eine Nothschlange von guter Länge, welche 16

48

Ku-

Pfund Eisen schiesst, di oSchlankana oder Schlange, schiesst einegel von 8 Pfund, dieFalkana oder halbe Schlange, schiesst zwis c ^4 und 5 Pfund, und dieFalka (Falkonet), schiesst zwei Pfund J aoder Blei. Ueberdies hatte man Feuerbüchsen von 4 Fuss , #

mit weiten Röhren bis zu einem Fuss Kaliber, undBiertier oder ^

von verschiedener Grösse und Weite, um hohe Bogenschüsse zu ^ ^Auch gab esein Geschlecht des Geschützes, das man auch al eJ)jAchse führt, und welches man nennet Orgelgeschütz, um dessentw^^jdieweil es viel Rohre und Nachbüchsen giebt, gleich wie eine ß

viele Pfeifen hat (u. s. w.) Wenn man es anziindet, gehen die ^

eines nach dem anderen los und vertheilen und zerstreuen in a ^ e