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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
Geschützen ganz ähnlich, die sich eben nun gleichermaassen im Ganzendergestalt entfalteten, dass auch sie sich in der Folge nur noch in Einzel-heiten änderten.
Während des späteren Verlaufs des niederländischen Kriegs, etwain den achtziger Jahren, ward der wissenschaftlichen Behandlung, voj-nämlich durch ein eingehendes Werk des in Antwerpen befehlendenspanischen Artillerie-Hauptmanns Diego Uffano und die Arbeiten Lud'wig Collado’s, ein neuer, fortwirkender Anstoss gegeben; hierauf 1,1Frankreich unter Heinrich IV. durch den Herzog von Sully, welcherals „ Grand maitre d’Artillerie“ nach allen Seiten verbessernd eingnund zugleich die Artillerie auf einen festen Fuss brachte. Die einmaübliche Hauptgliederung in Feldschlangen, Karthaunen und Kam-mer stücke erfuhr keine Veränderung. Doch unterschied nun Vffanodie einzelnen Geschützarten auch nach ihrer Metallstärke, Tragweite u. a -noch regelrechter. Er theilte die Feldschlangen in „Aechte (leQ 1tima)“ } in „Unächte ( bastarda )“ und in „Ausserordentliche (extraordinaria).“ Zu den „Aechten“ zählten „der Drache oder Dopp elColubrine “, 31 Kaliber (etwa 20 Fuss lang), schoss 40 Pfund Eisen, ,e„gemeine Schlange “, 32 Kaliber lang, zu 20 Pfund Eisen, die eSchlange“, 33 Kaliber lang, zu 10 Pfund, die „ viertel Schlange“:Kaliber zu 5 Pfund, der „Falke“, 35 Kaliber zu 2*1» Pfund, derFalke (Ribadoquin)“, 36 Kaliber zu 1% Pfund, und der „Sperber“!Kaliber zu 1 Pfund. Die „Unächten“ waren von stärkerem Kalib® 1 ’nur kürzer, von 26 bis 30 Kaliber Länge, zu 48„ 24, 16, 6, 3 und
Pfund, und die „Ausserordentlichen“ von 38 bis 44 Kaliber ^Rücksichtlich der Metallstärke zerfielen sie in gemeine, verstärkte *geschwächte. Die „K ar t h a u n e n“ bestanden, nach Beschaff 0111der „Seele“, aus Karthaunen mit gerade ausgehenden Seelen, .
Schlangen; aus Karthaunen mit einer kleinen Kammer, wie beim 'geschütz; und aus Karthaunen mit einer hinten kegelförmigen oder erundeten Seele. Hiernach theilte man sie in „ganze Karthaunen >Kaliber lang zu 48 Pfund Eisen, in „halbe“, 19 his 20 Kaliber lang: ^24 Pfund, und in „viertel“, 24 Kaliber lang, zu 12 Pfund. »Die va ^ e __mergeschütze“ umfassten die „Mortiere “ und „Böler“. Aue j a dendiente man sich ganz kleiner Kammergeschütze, die von hinten gund mit einem Spunde und Keile verschlossen wurden; allein, a *g” e j n -gelhaft befunden, kamen sie bald ausser Gebrauch. Die früheren g0karthaunen und Steinbüchsen verloren sich fast gänzlich, _ ^
die steinernen Kugeln. Dagegen fanden die seither nur selten ^ enl reBomben, Granaten, Brand- und Leuchtkugeln undArten von Kunstfeuer allgemeinere Anwendung. So auch die »S® „„densprengenden Kugeln“, wozu in Frankreich um 1579, nächst g 11
Länge-