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B. Geräth. Kriegsgeräth. — Sfrafwerkzeuge (1500—1600).
"S e ' n i die gewaltigen jpetarden“ erfunden wurden. In Frankreich setzte Karl IX. durch eine Verordnung zu Blois im Jahre 1572 für dieesetiiitze überhaupt ein bestimmtes Grüssenverhültniss fest, dem mansselbst im Ganzen nachfolgte.'
Indessen bei allen Fortschritten blieben die Geschütze, unter Beibe-elt ihrer einmal gewonnenen Grundgestaltung, auch in Betreff der Art(cr Bespannung, immerhin schwerfällig genug. Noch immer bedienteU’se sich zum Laden der altherkömmlichen „Ladeschaufel“, zum Richtener hölzernen Unterschiebkeile, die nun vermittelst starker Ketten an der. ®tte befestigt waren, und ebenso dauerte der Gebrauch fort, die Mu-^'tion (Kugeln, Pulver u. a.) in Fässern auf Wägen nachzuführen.
n geachtet der Bronzeguss seit lange vorzüglich geübt wurde, auch wohl^.®eist in Anwendung kam, bestanden nichtsdestoweniger vielfach eisernear >onen, wie denn Johann II. von Schweden noch um 1590 unterSei nen 3459 Geschützen 2027 von Gusseisen zählte.
»Bei den spanischen und anderen, nach ihnen gebildeten Armeen,
^ a ren besondere Marschordnungen für das Geschütz eingeführt. Den
1 an g der Kolonne machte allezeit eine kleine Avantgarde von leichten
e rden, welche Patrouillen vorwärts schickte, und für die Sicherheit des
eins sorgte; die erste mit Aextcn und Sägen, die zweite mit Werk-
gen zur Verfertigung der Maschinen, die dritte mit Schlägeln, eisernen
jj llen und Spitzhauen, endlich die vierte mit Erdhauen und Schaufeln.
^ an *i kamen Wägen mit Ilebezeugen, Winden, Ilandspeichen, Hebebäu-
s. w.; auf diese das leichte Geschütz, das schwere und Bclage-
gs S e schütz, die Munitionswägen, die Pontons mit den dazu gehörigen
euten ) die übrigen Handwerker mit ihren Wägen, und zuletzt das Ge-nacke.« _
einer eigenen, vielgliedrigen Klasse entfalteten sich die Str af-euge. 2 Verschiedene derartige Geräthe, zum Theil selbst von den
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1 W.
v. Greyenitz. Organisation und Taktik der Artillerie u. s. w. I. S. 34.
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nig e ° n Strafwerkzeugen, deren aus dem 16. Jahrh. überhaupt nur sehr we-'alten sind, und von Folterkammern finden sich Abbildgn. in \V. FairholtK Unsl right; Miscellanea Graphica etc. PI. XXIV.; (J. Falke, und) A. v. Eye. *erkl Und Leben der Vorzeit I. (Taf. 70); H. von Hefner-Alteneck. Eisen-* e ®htni‘' ) ^ r Ornamentik der Sclimiedekunst etc. Taf. 28; Layen-Spiegel. Vonbufg “figen Ordnungen Bürgerlichen vnd peinlichen regimenten etc. (Strass-l0 ) Pag. LXXXLu. LXXXIII; Von Hülff vnd Räth in Allem anligen.be ydeg C j We ' 8en ’ lärtreflichen Francisci Petrarche zwei Trostbücher; von Artznei,8 chnit[ 68 g u ^ en Tnd widerwärtigen Glücks (Franckf. a. M. 1551; Die Holz-Balsg * V ° m Jahre 1525 ) Pag- CLXII. u. CCXIII. Bambergische Peinliche^cop'n- 11 * 8 Ordnung 1580 p. 15. Dazu über das Einzelne ausführlichst:Uiin a li * äpleri etc. Theatrum Poenarum, Suppliciorum et Executionum Cri-b ausp>. il. 0der Schau-Platz derer Leibes- und Lebensstraffen etc. etc. Sonders-^ 1693 (2 Bde .) bes. i. S. 313 ff.
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