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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

unbesonnen genug, in das ihm von den Puritanern gelegte Netz ge*gangen wäre. Jedoch mit seinem Erscheinen im Unterhause (1642) umdie Beleidiger der Majestät, die es weigerte auszuliefern, persönlich mVerhaft zu nehmen, mit den darauf folgenden Tumulten und seinemWiderspruch der an ihn gestellten masslosen Forderungen, blieb dieScheidung zwischen ihm und dem Parlament unheilbar, der Bürgerkriegunvermeidlich. Wurde nun auch die Partei des Königs, gestützt durchdie Katholiken, durch die ihm zuströmenden Landadligen, dieCavahcre,wachsend vermehrt, so bestand doch das Parlamentsheer, nächst derMasse des englischen Volks, die eben einzig für ihr Recht kämpfte) a u »dem glaubensmuthigen schottischen Heer und fanatischen Puritanern, de»von den Gegnern spöttisch sogenanntenRundköpfen. Dem frem cwar schwer zu widerstehen; noch um so schwieriger aber, nachdem deistets entschlossene, in der starren ZurschaustellungreinerGottseligk^

schlau gewandte Oliver Cromwell den Oberbefehl angetreten hatte.

Nach

der von dem Könige verlornen Schlacht bei Marstonmoor (1644) konnt e

ihm auch nicht mehr helfen dass er sich mit den irländischen Katholik 00

noch fester verband. Der Boden wich unter seinen Füssen ; und da e

war

auch in der zweiten Hauptschlacht, bei Naseby (1645) unterlag, s° ^liiemit sein Schicksal beschlossen. Dass er sich den Schotten c, & a 'und dass diese ihn auslieferten, wäre noch kaum entscheidend gewesen»entscheidend war, dass er in die Hände der erst aus dem Heere her^vorgegangenen Independenten gerieth, an deren Spitze Croniv-stand, welche, ohne irgend eine weltliche Obermacht anzuerkenneu, velmeinten oder Vorgaben einzig und unmittelbar von göttlicher Eingßh 1 'bestimmt zu werden. Denn somit ward jede Einwendung gegen das uihn gefällte Urtheil, welche die vor einer Gewaltthat mit Abscheufüllten noch übrigen zehn Pairs zu machen wagten, gleichwie durGotteswille vernichtet. ^

Mochte auch den Mord des Königs (1649) Cromwell noch sorichtig bereuen, lag nun ihm ob, sich zu behaupten. Jedoch aucli^ cwar er gewachsen. Und wie es ihm vorerst alsReichsverwalter,gleich vom Glücke begünstigt gelang den rechtmässigen Nachm eKarl II. alsKönig von Irland (um 1650) aus Irland , und (umalsKönig von Schottland auch aus Schottland , zur Flucht nach F ralreich zu vertreiben, ebenso kühn entledigte er sich (1653) des 1 ßments und befestigte alsLord-Protektor seine Macht. Oie S p u j.Ordnung, die er hielt, die Sparsamkeit, die er beobachtete, seme^düng der Religionsparteien und Einsetzung gerechter Richter, immit der nüchternen, einfachen, streng gemessenen Haltung seiner *.seligen, das Glück mit welchem er den Krieg mit Holland und ®P a ggC(1658) endigte, Hessen das Volk völlig übersehen, dass es unter Ein