Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
955
JPEG-Download
 

Geschichtliche Uebersicht.

955

Zufuhren, verschärfte den Willen des Parlaments, das denn unter anderenfreisinnigen Maassnahmen (1679) dieHabeas-Corpusacte schuf. Bliebes demgegenüber nicht aus, dass man von katholischer Seite die Prote-stanten ebenfalls einer Verschwörung beschuldigte, auch dass sich dem-zufolge der Hof im weiteren Sinne und das Volksthum alsAddressersadAbhorres (gleich den späteren Tories undWhigs,) abermalsschroff gegenüberstellten, wurde damit doch für den König und seinePartei kaum einiges erreicht. Zwar liess ihm die im Volke verbreiteteScheu vor neuen Gewaltthätigkeiten immerhin noch Spielraum genug,selbst dergestalt, dass er in der Verfolgung der Presbyterianer und Re-Publikaner schonungslos vorzugehen wagte, indessen zeigte doch auchdie Entdeckung der (1681) auf sein Leben gerichteten Verschwörungai *f wie schwankendem Boden er stehe. Dass er nun das Parlamentauflöste und beschloss, sich auf sein Einkommen beschränkend , ohneParlament zu bestehen, konnte dem Volke, das Kühe begehrte, im GrundeWenig mehr verschlagen: Das Volk war sich seiner Macht bewusst,seinen Zielen aber sicher geworden. In dem Bewusstsein vermochte esauch nun, nach dem Ableben Karls II. (1685), der ThronbesteigungJakobs II. gelassener entgegenzusehen. Als sich in dem Letzteren dasbekannte Schauspiel der Stuarts, der Uebergang von der Willfährigkeitzuni Absolutismus wiederholte, und das kopflose Bestreben, den Katholi-eismus zur allein herrschenden Kirche zu machen, überdies gewoltthätiga hsartcte, da wusste man, was man zu thun habe. Und w'ie man jetzt'hehr weder Rücksicht auf seinen überdies fraglichen Sohn, noch auf seinPfbieten nahm, seine Maassregeln zu widerrufen, ebenso fest erklärte man(1688) ihn des Königsthums verlustig.

Doch mit der Erhebung seiner Tochter, der protestantischenMoria und ihres Gemahls Wilhelm (III. ), war auch der Sieg des Volks-tums entschieden. Freilich konnte es nach den einmal gemachten Er-fahrungen nicht ausbleiben, dass man beide, auch ungeachtet ihrerer wiesenen Freieinnigkeit mit Misstrauen betrachtete, auch sogar daiinheharrte, nachdem der König die Wiederherstellung der altherkömmlichen^olksrechte, die »Bill of righs anerkannt, dem Beschluss, dass alleKönige von England protestantisch sein müssen zugestimmt hatte, undüberhaupt, wie durch Stiftung der Nationalbank (1689), der ostindischenKompagnie und Bestätigung der Pressfreiheit (1698), sein Bestrebenbekundete im Geiste der Volksfreiheit zu regieren: Dies Alles konntecin em so hart betroffnen Volke noch nicht genügen. Nicht eher bis dasss 'eh der König nach seiner Bezwingung der Irländer und der Befestigung8e ines Throns gegenüber den Angriffen Frankreichs (seit 1691) auch dazuVerstanden hatte (1697) sein Heer zu entwaffnen, ja selbst seine eigenen >ederländische Garde fast aufzulösen, vermochte das Volk das sichere