Geschichtliche Uebersicht.
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orbilder vorzüglich durch Christoph Wren erhob, erwarben sich in derMalerei nunmehr Künstler wie Richard Gibson, Michael Wright, Sa-muel Couper u. A. einen wohlbegründeten Ruf. —
Da i n Deutschland die Saat, welche seit Rudolf II. der Jesui-t'smus ausgestreut, unter Mathias schwanker Regierung (1612—1619)r eier aufgeschossen, und in Ferdinand II. (bis 1637) zur Reife gediehen^ ar > — da das über Deutschland lagernde Gewitter, wie nach schwülemOmmertage, seine ersten Blitze entsendete, fand sich des Zündstoffs nurf. u v °Hauf, um den angefachten Brand zu nähren. Während des sechzig-järigen Friedens war neben so vielem Guten und Schönen auch deserderblichen genug gefördert und verbreitet worden. Schon mit der'aftlosen, doch offnen Gegenüberstellung der Protestanten unter Kurpfalz a b »Union“ und der Katholiken unter Baiern als „Liga“ (1610), betratO'an abermals den Weg, der zum Kampfe führen musste. Doch auchas Ucben, wie es sich im Allgemeinen gestaltet hatte, kam dem ent-ootgegen. Die hauptsächlich bewegende Kraft allerdings blieb die Reli-glon ; indessen wirkte sie nicht mehr allein, sondern iin Dienste reinst aatlichen Interesses, entbehrte mithin auch schon wesentlich ihres mäch-^ffcten Antriebs, der unerschütterlichen Glaubenstreue zu todesmuthigerIn gabe. Da freilich bedurfte es denn wohl, auch nur um dies wiederk erw ecken, einer andauernd gewaltsamen Spannung. Und dennoch0l >nte, demgegenüber, eben ein solches Wiedererwachen nicht mehr""getrübt sein, vielmehr musste bei steigender Erregung unter wach-endem Gegendrücke, je nachdem es derUeberzeugung oder bloss selbst-süchtiger Zwecke galt, zu wahrhafter oder erheuchelter Glaubens- oder; cinungswuth ausarten.
Auf keiner Seite wusste man recht, wie man sich zu bewegen habe;^oder (Ji e katholische noch die protestantische Partei war sich einess ten Pl anes bewusst. Wohl aber hatte sich die letztere seit ihren^Pultungen in hartnäckigem Verfolge hohler Klügeleien so vielfach das■‘"ugniss der Schwäche gegeben, dass jene, bei ihrer Beharrlichkeit, nichtl,!e Grund vermeinen durfte den Sieg davon zu tragen. Der Prote-at "ntisnnis war in seinen getheilten Eigenmeinungen zurUnvereinbar-t,.^ Vers teift, die Begeisterung dafür abgedämpft, und bei seinen Haupt-^ a gern, den wohlgeschulten „Gottesgelahrten,“ in weit überwiegendemaasse einer trocknen Gelehrsamkeit und, wo der Verstand nicht aus-^ e ‘e>te, einer Zll meist hochfahrenden Kleinigkeitskrämerei gewichen. Sieödeten bereits gewissermaassen eine Kaste, welche sich grosstjn-
gegenüber der Menge schroff und schmähsüehtig, dagegen nach-
tt'eils ,
Üben hin schmeichlerisch-'dienstfertig benahm, ohne auch nur etwa m
Lebensart durchweg ein sittlich förderndes, naehahmungswu. i^ges > P
*" liefern. Wie anders aber der Katholic.smus, ganz abgesehen,