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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.
volles Haar beibehalten hatte, Jiessen jene das ihrige lang wachsen undfrisirten es „a l’enfant “ um die Ohren und rings um den Kopf § c ~kräuselt („crepe “) in beträchtlicher Höhe, dergestalt, dass es das Gesichtoberwärts rundwulstig umrahmte (vergl. Fig. 353 a). Ebenso gaben sie,nun auch nicht minder im Hinblick auf den König, den Bart entwedergänzlich auf oder beschränkten ihn doch auf einen nur äusserst schmalenLippenbart mit spitzig nach oben gedrehten Enden, und auf ein feines,kaum merkliches Zwickelbärtchen „belle royaleS‘ — Indessen als Lud~wigXIII. die Regierung selbständig antrat und fortan sein Haar, anstattaufzutoupiren, frei auf die Schultern herabfallend trug, beeilte man sich
Fig. 351.
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auch dem zu folgen. Nicht lange, so hatte diese Anordnung selbst inweiteren Kreisen gesiegt, so dass es nicht ausblieb, dass Einzelne sichdarin geradezu durch Fülle und Zwanglosigkeit hervorzntbun suchten-Während es einerseits üblich ward das inmitten gescheitelte Haar rechts,links oder beiderseits unten, am Ende, zusammenzunehmen und mit einerfarbigen, auch sonst geschmückten Bandschleife zu festigen, gab man sichandererseits dadurch ein Ansehen, dass man es, bei möglichster Länge,m scheinbarer Vernachlässigung unordentlich, wild, herumflattern l' ess( ig. 352;. Aber nicht Jeder war von Natur mit einem kräftigen Ham - 'wuchs begünstigt, der überdies durch die Art zu leben mehrenthcils lll,r