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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.
öffnete völlig glatt aufregende mit und ohne Spitzen auf (Fig. 358 ff •)•In ihrer Gestaltung abhängig von der Ausdehnung des Halsausschnitts,erhielten sie mitunter selbst das Gepräge von breit aufgeschlagenenKragentüchern (Fig. 358 a). Die Entblössung von Hals und Brust,dazu seit der Mitte der zwanziger Jahre die der Unterarme kam, nahmin Uebereinstimmung mit dem sittlichen Verhalten vor allem am Hofe,und von da aus in weiterer Verbreitung zu. Dass sich gleich wie vorEinzelne gegen diese Unsitte aussprachen, auch in Paris ein Geistlicher,Pierre Juvernay, einen eignen „Discours contre les femmes debrctM eesde ce temps u veröffentlichte, und dieser um 1637 eine dritte Auflage er-lebte, hinderte nicht dass viele Damen den Busen sogar völlig entblöss-
Fig. 357.
ten, indem sie das Leibchen theils zu einem knapp über die Achselngehenden Dreieck, theils nahezu unter den Brustwarzen gerade fortlautcngestalteten. Schon mehre Wirkung darauf hatte, dass der König ein®*an der Tafel einer so schamlos gekleideten Dame einen Schluck Wemauf den Busen spritzte. Fortan begann man wenigstens am Hofe etwasvorsichtiger zu werden, auch wohl den Hals mit einem einfachen ®mit Spitzen besetztem Tuche höher oder ganz zu verhüllen, welches let ztere dann zu Ende seiner Regierung häufiger aber geradezu übertriebenward durch Anwendung ein- und zweifacher, vorn offner, jedoch geschlossen belassner, aufgesteifter Uebertücher, die sich meist von der Ai'mb' e o®oder weniges darüber bis dicht unter das Kinn erstreckten. Indessen wä r