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'hr Gebrauch kaum über des Königs Tod hinaus, sondern sollte gleichwiederum der früheren Decolletirung weichen.— Das Le ibchen, entwederv °rn oder rücklings zu verschliessen, erhielt seine Verschluss-Oeffnungfast ohne Ausnahme nur noch vorn. Aehnlich wie beim männlichen^ammse rückte seit Mitte der zwanziger Jahre die Taille, unter Aufgebenschossartiger Begrenzung, theils zugleich als unmittelbar gerade Fort-setzung des Rocks höher, meist nahe der Brust (Fig. 358). Daneben jedoch,efwa seit dem Jahre 1635, machte sich die längere nach vorne zugespitzteTaille, welche sich in den mittleren Klassen zumeist forterhalten hatte,nun auch in den höheren Ständen abermals geltend und gewann so, beson-ders während der Regentschaft (seit 1643) allgemeiner festen Bestand(TV 359). Gleich anfänglich (um 1620) ward es beliebt, und blieb es mitnur geringem Wechsel im Einzelnen, die vordere Oeffnung in ganzerLange nicht unbeträchtlich zu erweitern und über einem zierlichen Unter-teilen durch mehre Schliesse zu verbinden, so wie auch die SchliesseSchmuck zu behandeln. In einfacher Form bildeten sie mit demwbchen aus dem Ganzen geschnittene, massig breite Laschen, je vornSchliessen eingerichtet (Fig. 358 a ), bisweilen längs den Ränderncstickt, nächstdem aber bei Vornehmen und reicher Begüterten durch-gängiger drei bis vier Spangen von Goldarbeit^ sogenannte „brande-° Ur gs“, zuweilen mit Perlen und Steinen geschmückt, bis dass es dannbut d er Wiederaufnahme der langen zugespitzten Taille gebräuchlich* ard die vordere Oeffnung, die sich hier glcichmässig zuspitzte, wie ebenei dieser, so überhaupt lediglich mit zierlichem Schnurwerk dicht ge.re, izt zu überschnüren (Fig. 359 b). — Die Ermel gestalteten sich im^Schluss an die vielgliedrig gebauschten (Fig. 357), zu hur zwei mi-ttelbar über der Armbiege verengten Bauschen, ganz oder geschlitzt.c ht lange so gab man die mehrfache langstreifige Schlitzung auf, sieeils durch Besatzstreifen ersetzend; ebenso, wenn gleich vorerst nur?( ltn Theil, jede bauschige Zusammenziehung, bei welchen gesummtenWanderungen die vorn längs offnen Hängeermel, nun hinterwärts untenUrz geschlitzt, wiederum an Bedeutung gewannen (Fig. 358), dazu man sie,angezogen, häufiger vor dem Armgelenk vermittelst einer grossenleife verband. Doch schon im Verlauf der dreissiger Jahre erfuhren^ er ein mit dem Leibchen beide Ermel, jener dem unteren, dieser demer en Kleide entsprechend, eine wesentliche Veränderung. Beidey gen s ich zusammen, dergestalt, dass während der untere, bei massigerr ..Wengerung, bis zur Hälfte des Unterarms, ja vereinzelt noch höher1 u ’ S ' C ^ ^ er obere, bei engerem Anschlüsse, bis über das Armge-^ verkürzte, wobei man, da letzterer geschlitzt verblieb fortfuhr, ihn, . n llr dwwärts mit einer Schleife nebst Rosette, jetzt [auch wohl mitwo Knopf zu schliessen ( vergl. Fig. 359). Auch setzten sich nun diese