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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.
Ermel bis gegen die Mitte des Jahrhunderts fast allgemein, und inner-halb der mittlern Stände noch länger fort. — Für die Unterermel gewannenals ein Hauptschmuck die Manschetten, ganz wie beim männlichenGeschlecht, durch Ueberschlagen, Verbreiterung und Spitzenbesatz nochan Ansehen. Zudem begann man seit der Regentschaft einen ähnlichen,schmäleren Schmuck auf die (kurzen) Oberermel als Randbesatz zu über-tragen. — Der Rock, der obere und mit ihm der untere, verlor wieWeite, auch an Länge; so wurde vor allem die Schleppe durchweg er-mässigt, mehrentheils fast aufgegeben, in auffälligerer Ausdehnung aberüberhaupt der festlichen Erscheinung Vorbehalten. ' Die Verengerung des
Fig. 358.
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oberen Rocks zu einfacherem Faltenfluss machte ein Aufnehmen desselben!wie solches vordem häufiger geschah (Fig. 357), gewissermassen unthuii-lich. Dazu kam, als dem noch besonders entgegen strebend, dass er nunmit der Erweiterung der vorderen Verschlussöffnung des Leibchens ziem'lieh allgemein vorn, in ganzer Länge, eben so breit als jenes geöffnebund nicht selten, auch ähnlich dem Leibchen, längs den Rändern seindOeffnung mit schliessenartigem Litzenwerk, Knöpfchen u. dergl. besetz 1 *'ward (Fig. 358). Doch änderte sich auch dies wiederum mit der Wi e 'dereinführung der langen Taille. Wie sich hiermit die Oeffnung desLeibehen nach unten spitz zusammenzog, folgte dem auch die Oeffnung,