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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

Zugleich, oder jedenfalls nicht viel später, fanden förmliche Schurz-röcke, als Umschluss der Oberschenkelhose, allgemeinere Verbreitung.Diese nahezu weibischen Röcke (Fig. 360), durchgängig der Länge nachmehrfach gefältelt, waren gewöhnlich ebenso lang, selten kürzer als jeneHose. Aehnlich wie letztere erhielten sie meist längs dem oberen undunteren Rande, ausnahmsweise auch seitwärts herab, einen dichten Be-satz mit Bändern, häufig auch selbst noch über der unten angebrachtenBandreihe einen Streifen weisser, gekräuselter Kanten (Fig. 360a). Benvon der Oberschenkelhose unbedeckten Tlieil des Beins bekleidete wieseither die cngstanschliessende Strumpfhose. Doch wurde auch diese

Fig. 360.

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nun mehrentheils noch besonders ausgestattet, indem man sie, aussermit den üblichen farbigen Kniebändern nebst Schleifen (Fig. 360 a), dichtunter der weitbauschigen Hose oder, reichte sie nicht bis zum Knie,hier mit einem oft ziemlich langen, sich trichterförmig erweiterten, lang'gefältelten Behang von durchbrochnem Spitzenwerk, sogenannten >, ca 'nons c umgab (Fig. 361). Die Stiefel verschwanden zuvörderst amHofe, somit auch sehr bald aus derguten Gesellschaft, wiederum durch<he Schuhe ersetzt. So aber sollten denn auch sie, in Uebereinstim-mung zum Ganzen, manche Veränderung erfahren. Ihre VorderkapP enverlängerten sich, schmal, vorne abgestumpft; die Hacken, fast immerloth gefärbt, spitzten sich, mit Beibehalt ihrer drei bis vier Zoll Höhe,