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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

braunes; auch verlor die Anordnung an strenger Regelmässigkeit, wor-aus sich denn für die Perrücke im Ganzen bis um 1690 ein abermalsleichter Wechsel ergab. Dieselbe wurde nun zu zwei sich gleich-sam kegelförmig verbindenden Lockengehäusen auftoupirt, und die langherabfallende Masse, zu vielen breiten Locken getheilt, hinterwärts beiweitem länger, nicht selten bis über die Mitte des Rückens, als zu denWangenseiten beliebt (Fig. 362a). — Der Hut sank noch tiefer herab,dagegen die Krempe abermals wuchs. Letztere pflegte man zunächstin ganzer Breite leicht aufzubiegen, nebenher auch an zwei Seiten, unetwa seit 1675 mehrentheils an drei Seiten gleichmässig aufzuklappen,längs dem Rande mit einer Borte und innen mit Federwerk zu umziehen,auch gelegentlich überdies mit mehren farbigen Federn zu schmücken(Fig. 362). g

Das breite querüber zu werfende Bandelier zur Befestigung fl eDegens verblieb fast ausschliesslich den Soldaten. Statt dessen hamfür den nichtkriegerischen Gebrauch wiederum ein Hüftgürtel auf, ^ ernun, nebst dem daran hängenden Degen, etwa bis um 1690 gemeinig ,lCüber dem Rock, sodann unter' diesem angelegt ward, wobei der D egen selber, unter zunehmend schrägerer Lage, immer mehr nach rückwärts rückte. Ingleichen brachte man die breite Hüftschärpe seltenerin Anwendung, diese gleichfalls überwiegend der kriegerischen Ausstattung vorbehaltend. — Die Handschuhe erhielten weitere Stulpen un ,bei Verminderung ihrer Besätze von Borten oder Tressenwerk, versehedentlichere Färbungen, darunter nächst anderen hellen Tönen s elichtgrün vorzüglich beliebt wurde.

Mit den mancherlei besonderen, den Putz ergänzenden Nebending^ 11 'den Stöcken, zierlichen Schmucksachen, als Schnallen, Ag rau. a. m., sowie auch mit den Schönheitsmitteln, den Schmink® 1 '’Schönpflästerchen u. s. w., blieb es im Allgemeinen beim Alten (S. 11 ^nur dass man sich etwa seit der Mitte der achtziger Jahre vonWeibern die runden Pelzmuffen aneignete und sie, wie jene, mehientheils an einer Schnur, um die Hüften befestigt, vor der Taille hängend trug-Hinsichtlich der Gesammterscheinung behaupteten die lichten, ^nn^

ten Stoffe (Sammt, Seide, Tuch) in reich verzierender AusstattungGold- und Silberstickerei oder demähnliche Besatzstreifen, nun

durch

auch

häufiger untermischt mit farbiger Seidennätherei u. dgl. durchgängigVorrang; auch ungeachtet dass man sich am Hofe seit Mitte der aziger Jahre, nach dem Vorgang des nun fromm werdenden König»,töniger, dunkler kleidete. Der König selbst trug seit dieser Zeit &wohnlich einen dunkelbraunen, reichlich mit Gold besetzten Rock saC0 .dementsprechender Unterkleidung nebst helleren Kniehosen undStiümp(Fig. 362 a). —