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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

ten mithin, wie vordem der Umschlag, das untere (oder Futter-) Zeug, dassich gemeiniglich von dem Oberzeuge in Stoff und Farbe scharf unter-schied. Ausserdem wurden diese Wülste mehrentheils als fiir sich selb-ständig, als erst anzufügende Besatzstücke behandelt, hierbei denn auchhäufiger verstärkt, überhaupt aber die Gesammtöffnung des Kleides gleichvon der Taille aus sehr bedeutend erweitert, folgends gelegentlich selbstso weit, dass das untere Kleid nahezu in seiner ganzen vorderen Breitezur Erscheinung kam (Fiff. 363a). Der untere Kock gewann anFülle, sich ebenfalls zur Schleppe verlängernd. Sonst aber trug man Umziemlich gleichartig wie zuvor geschlossen, vorn in senkrechten Falten

Fig. 363.

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bis auf den Boden fallend, einfarbig, höchstens unten von mehren ®satzstreifen umzogen. Doch auch Abweichungen hiervon, wie sonun freilich wohl vereinzelt auftauchten, beliefen sich im Wesent iauf die Anwendung von zweifarbig grossgemusterten Stoffen, und c ' ar ^.dass man ihn theils vorn in ganzer Länge, scheinbar zum öffnen, ^vielen Spangen oder Litzen (wagerecht untereinander) besetzte, ^hier zu beiden Seiten, fortlaufend längs dem unteren Saum, duich et^eingewirkte oder gestickte Umfassung schmückte (Fig. 363 b)- . n

Winter ward zu diesem Rock von den Vornehmen und Begutenicht selten, statt irgend eines Gewebes, kostbares Pelzwerk, beson