A. Tracht. Frankreich . Kleidung der Weiber (1650—1680). 1011
Hermelin, und dann gewöhnlich ein nur schmaler, ein- oder zweifacherHesatzstreifen von dunkelfarbigem Sammet u. A. gewählt; auch pflegten®ie wohl während dieser Jahreszeit zu einem Unterkleide von schwere?Seide oder anderweitigem derben Stoff ein zweites, nicht minder kost-bares Unterkleid mit einer breiten Umrandung von Pelzwerk anzulegen,llt ul solches durch leichtes Aufnehmen jenes Kleides blicken zu lassen.
Das Leibchen mit zugespitzter Taille und weitem Halsausschnittverdrängte jede andere Form (S. 996). Ungeachtet seines schon engen■Anschlusses beliebte man es jedoch fortan, unter verschärfter Anspan-nun g und dementsprechender Ausbildung der Schnürbrust ( „corset“ },b's über Gebühr zusammenzuziehen. Zu dem Zweck erhielt die letzteredurch Vereinigung keilförmiger Stücke festen Zeugs vermittelst starkerFiachbeinstäbe und Einfügung eines eisernen „Blanck-Scheids“ eine sichv °n den Hüften aus gleichsam trichterartig erweiternde Gestalt mit leichtausgewölbten Widerlagern für die Brüste, und zum Einschlagen derSchnürsenkel vorn oder (später) rücklings ein fast gerade aufsteigendesH°ppelstabwerk. Die mittleren Stände pflegten solches Gestell gleichals Ueberziehleibchen mit knappen Schulterstücken und einem Bezugv ° n feinerem Stoff (Sammt, Seide u. s. w.) auszustatten, dasselbe dann• auc b, wie schon sonst üblich, vorn gewöhnlich gleich einem sich nachunten zuspitzenden Dreieck offen zu lassen, die Oeffnung durch einen
m $atz von anderem Stoff zu decken und gelegentlich ausserdem (meist
euz We j se ) zu überschnüren. Es war aber diese Anordnung eben nurj e Nachbildung jener selbständigen (Ueber-) Leibchen, deren sichallerdings oft überreicher Ausstattung die höheren, begüterteren Ständele nten, Bei diesen Leibchen zeigte die vordere Oeffnung nicht selten,c bon bisweilen auch nur als Einsatzstück > die Fortsetzung des un-, n Nocks, also in dem Falle, dass diesen vorn herab Spangenwerkjjj^bcktc, vom Hals bis zur Taille den gleichen Schmuck. Folgendsjen **» gaben diese Stände dem ganzen (unzerschnittenen) Leibchen^ Vorzug, es vorn wiederum in ähnlicher Weise, wie früher, theilslüä Za ^'^* c hen Goldschmiedearbeiten, kleinen Agraffen u. dgl. in regel-s, ger Vertheilung, theils mit einem Doppelstreifen von Stickerei oderjj^ !lll | en besetzend (Fig. 363). Eine Abwandlung von dieser Gestaltungsch flaU b >t e Hand die Frau von Maintenon, um ihre erste Schwanger-i ri( , a *■ zn verbergen. Sie näherte sich hierbei der männlichen Kleidung,übet- 111 S ' e ^* eser ^’ e *j u P e “i c * en kleinen Schurzrock, entlehnte, und dar-br et , ^ le nohemisef 1 , oder wohl richtiger eine unter dem Leibchen ange-‘ode G von feinstem Weisszeuge, breit fallend herausbauschte, was^ch^ 611 Vor bbergehend nur vereinzelt Nachahmung fand. — Währendbeit W Halsausschnitt, bei jedoch stets vorwiegender Geradlinig-’ von Schulter zu Schulter, über die Brust herab stumpfwinklig