A. Tracht. Frankreich . Kleidung der Weiber (1680—1700). 1015
fiel- Auch fanden zugleich die langen Handschuhe allgemeinere Auf-nahme.
Her untere und der obere Rock („robe “) dauerten, jener als ge-schlossen, dieser als weit geöffnet mit langer Schleppe fort (Fig. 363).Doch begann daneben statt des letzteren ein ebenfalls gänzlich geschlos-sener Rock in steigendem Grade üblich zu werden. Zudem verlorenS'ch an den offenen Roben die längs der Oeffnung zu Bauschen („bouil-lons“) gestalteten Umschläge, indem man folgends (gegen 1700) verein-Zelt einfachen Umschlägen zurückkehrte. — Ein mehrer Wechsel ver-hand sich mit den geschlossenen (oberen) Roben, welcher überdiesauf die Gesammtausstattung bestimmend einwirkte. Nächstdem dass mandiese Röcke bei geradem Fall weit und faltenreich beliebte, brachte mandafür (etwa seit 1690) als neu ringsum Besätze von dichtgefälteltem Stoff,auch wohl von Spitzen, golddurchwirktem Flor u. dergl. in Anwendung,W°tiir e j n Herr de. Langlce im Scherz die seitdem dafür beibehalteneZeichnung „falbalas“ erfand. Diese „ falbalas “ waren fast immer vonanderer Farbe als der Grundstoff des Kleides, und nicht selten, zu meh-ren übereinander geordnet, von ziemlicher Breite. Etwa gegen 1695Wurden sie durch sehr breit in sich widersprechenden lichten Farben bunt-gemusterte Roben („de siamoises“) , jedoch auf nur sehr kurze Zeit inen Hintergrund gedrängt. — Fast gleichzeitig mit der Vorherrschaft dergeschl ossenen Roben traten, um im Verein mit diesen getragen zu'^ C1 'den, einige besondere Ueber ziehgewänder und Ueb er würfe auf,le > zum Theil auch mit „falbalas“ ausgestattet, bald allgemeinen An-an g fanden. Dahin gehörten unter anderen ein langes kaftanartigese| d mit mässig weiten, unten breitwulstig aufgeschlagenen Halbermeln,as gemeiniglich um die Hüften vermittelst eines Gürtels leicht zusam-me ngefasst wurde, dann mehre Arten von breiten Umhängen („6toles“),Reiche um den Nacken zu legen und meist so umfangreich waren, dassf* e r ' n gsum weit über die Taille, ihre Enden aber vorn herab nahezuls auf die Füsse reichten (Fig. 364 a) , und endlich, nächst einigenSl jhiirzenförmigcn Vorbindekleidern (Fig. 364 b), kleinere Ueberwürfea‘nlich den späteren „mantilles “, darunter auch, für den Winter, brei-ere Pelzkragen mit nach vorn überzuschlagenden längeren Enden oder* »Palatines Dies Alles zwar unmittelbarer am Hofe nach dem Vorbildeer Prau von Maintenon von gehalteneren Färbungen, eintöniger, wennauc fi keineswegs ohne Aufwand von Spitzen, Gold- und Silberstickerei,®®ast aber im weitesten Kreise, unter Vorwiegen von Weiss , in allenlc deren und augenfälligen Tönen, wie Gelb, Grün, Blau, Carmoisin- unde s t Scharlachroth.
., P* e Schuhe mit ihren hohen sich nach unten stark verjüngendenSt 'tzen zogen sich scharfspitzig zusammen. Die Absätze bewahrten