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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.
zösischen) Gestaltung zu der meist bis unter die Knie bin verlängerten,weitbauschigen Hose nicht wohl passen. Abgesehen von den Wenigender höheren Kreise, die eben auch dem französischen Vorgänge strengerfolgten, liess man die Jacke über die Hüften oder doch mindestens bisgegen die Taille, und den Schurzrock gemeiniglich ziemlich tief über dieKnie herabreichen ( Fig. 366 ; Fig. 367 a). So auch, in Uebereinstim-mung damit, beliebte man die (Halb-) Ermel weder zu kurz noch zueng, richtete sie sogar häufiger vorn der Länge nach zum Oeffnen undVerknöpfen ein {Fig. 367 a), nun auch ihren Randbesatz von Spitzen-werk und die besonderen Unterermel demgemäss,ja nicht selten über
Fig. 367.
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Gebühr ausdehnend (Fig. 366 b). Und diese Vorliebe für eine bequeme,-je och so mehreniheils auch wieder bis zur Unbequemlichkeit ge-steigerte Fülle, erstreckte sich nicht minder auf das Uebrige, wie haupt-sachheh auf die Iiüftschärpe, den Kragen, die Laschen der Hand-senune und, so lange statt der Schuhe die Stiefeln vorwiegend üblicharen, auf deren Stulpen nebst Zubehör. Nur der Hut, nachdem ein-hv ^f'Jkrempige Schlapphut aus dem allgemeinen Gebrauch fastieSS K i. das Soldatenthum übergegangen war, bewegte sich iner a nissmassig knappen Formen, was denn, im Verein mit den unver-