ändert enganschliessenden Strumpfhosen, nicht wenig dazu beitrug,das Ganze noch schwülstiger erscheinen zu lassen ( vergl . Fig 366 «)•—Fast noch auffälliger aber äusserte sich dann dasselbe Bestreben an denwirklichen Ueberziehröcken, wie solche sich hier ebenfalls nach demVorgänge Ludwigs XIV. aus den mantelartigen Umhängen mit Halb-wmeln gestalteten (S. 1004). Nicht allein dass sie als gerade abfallend,ohne Bezeichnung der Taille, von vornherein zum Verknöpfen eingerichtetwurden, erhielten sie sofort durchgängiger eine bis tief unter die Kniehin reichende Länge, und die Schösse folgend«, durch die Unterkleider'uit veranlasst, zu mehrer Bequemlichkeit je einen vorn befestigten Dop-Pelumschlag (Fig. 367 b)\ Eine Neuerung, welche Frankreich spätera ufnahm und eigens weiter ausbildete. Nach Massgabe des liocks ver-längerte sich nun auch die durch ihn zur Unterkleidung oder „Weste “gewordene Jacke mindestens bis gegen die Mitte der Oberschenkel, sicha uch fortan in Allem, wie in Zusammenziehung der Taille u. s. w., sei-nen Wandlungen anschliessend. Wesentlich in Folge aber der ebendurch diese Wandlungen mitherbeigeführten Fortgestaltung auch der son-nigen Einzeltheile, trat dann etwa seit der Mitte der achtziger Jahreeine tiefergreifende Ausgleichung mit der eigentlich französischen Kleidunga Uch der Gosammterscheinung nach ein, indem sich von da an das bis-sige Gepräge auf immer kleinere Kreise der mittleren und niederenStände des Bürgerthums zusammenzog. —
Oie weibliche Kleidung folgte wohl im Ganzen denselben Grund-l^dingnisscn, wurde indessen zu dem an sich geringeren Wechsel, dene ben sie mit der französischen theilte, durch einen den Niederländerinnenßl gnen Zug von häuslicher Zurückgezogenheit und ehrbarlicher StrengeNoch besonders bestimmt. Allgemeiner freilich war dies nur in Hol-* ar Ul der Fall, hatte jedoch auch in Belgien immerhin in weiterem Um-far, go statt, obschon hier allerdings gerade nach dieser Seite sowohl dasVerhalten der Machthaber und ihrer Umgebung als auch, in Verbindung^ a mit, die unmittelbare Nähe Frankreichs von durchgreifenderer Wirkungblieben. Belgien wenigstens fanden die französischen Vorbilder,w °bl selbst mitbefördert durch den Widerspruch gegen die starren spa-n 'schen Formen, vorzüglich beim jüngeren Geschlechte mehrentheilsAufnahme, ohne sie irgend merklich abzusehwächen; auch die Entblös-Slln g von Hals, Brust und Arme nicht ausgeschlossen, wie es denn die^ärmerblütigen Belgierinnen auch keineswegs daran fehlen lies&en ihieV °u Natur üppigen, sinnlich reizenden Körperformen thunlichst zui Gel-b_ lri S zu bringen. Wussten dies doch die Männer zu würdigen, unduustler, wie vor allem Hubens , durch die hohe Kraft ihrer Darstellungs-gabe gewissernfassen zu adeln. Aber das mittlere Alter, so wie derei weitem grössere Theil des Biirgerthums überhaupt, bewegte sich den-.