A- Tracht. Deutschland . Besond. Kleid, d. Weiber u. Männer ( 1600 — 1700 ). 1039
sehen „Hinken“ mit pilzförmigem Stirnstdimvek, welche dann auf dieNördlicheren Handelsstädte, auf Lübeck , Bremen u. s. w. übergingen,Un d daselbst in ihrem Schmucke noch eigens, gelegentlich liorn- undschiffschnabelförmig zu beträchtlicher Grösse durchgebildet wurden (vergl.
• 1026). Zudem liessen es die Weiber auch keineswegs an vielfachenselbstgeschaftenen Putzstücken, bisweilen von hohem Werthe, fehlen,Welche, ohne gerade stets sehr geschmackvoll zu sein, nicht selten dasWunderliche der Gesammterscheinung noch ver-mehrten. Es war dies fast überall der Fall, sodass nahezu jeder Ort mehre derartige, ebennur ihm eigene Gestaltungen aufzuweisen hatte.Dahin gehörten bereits um 1631 vorzüglich inverschiedenen sächsischen Städten, jedochmit nur geringen Abschwankungen auch ander-weit verbreitet, hauptsächlich hohe und theilsziemlich breite „neue Zobelmützen, bis zumPreise von fünfzig Thalern“, so wie auch „Pfa-chen, Ilelssgen, grosse Zenken, da eine Elleetliche Thaler kostet“ u. a. m.
Ganz besonders zeichneten sich in demPunkte fortdauernd, selbst bis weit über denSchluss des Jahrhunderts, Nürnberg , Augs burg und vor allem Strassburg aus. Soauch, eben noch zu dieser Zeit erregte diedaselbst übliche Tracht die Verwunderung jedesFremden, und Maximilian Misson, der auf seinen„Reisen aus Holland durch Deutschland inItalien “ Gelegenheit hatte sie näher kennen zulernen, verzichtete ihrer Seltsamkeit wegen darauf,sie in seinem sonst ziemlich umständlichen Reise-bericht, welcher „in Leipzig um 1701“ in Druckerschien, zu beschreiben, indem er darüber viel-' ue hr mit Hinweis auf mehre dem Berichte beigefügte Abbildungen ‘ nur0r zweg bemerkte: „Die Kleidungen sind zu Augsburg viel wunderlicher als
Ho ' ^‘ ese Abbildungen sind zum Theil gleichzeitigen Trachtenbüchem ent-Und 10 ' 61 '’ ^ eren me hre meist ohne Angabe des Jahrs zu Ende des siebzehntenden Anfan S des achtzehnten Jahrhunderts erschienen. Dahin gehören, nächstjj.. Trachtenbüchern von Strass bürg, die oben (S. 973) genannt sind:änd Urnbergi8C hes Trachten - Buch“ und „Nürnbergisches verändert und unver-f er ertes Trachten - Buch, gantz neu vermehret, und mit zierlichen Kupfern“;Toh^A..”^ amm lung Augspurgischer Kleider - Trachten. Augspurg . In VerlagAl]<i . hael Motz seel. Erben“ und „Kleidungs - Arten in der Stadt Augspurg .a m Verlag zu finden bei M. G. Grophius. Kunsthändler“; n. A. m.
Fig. 371.