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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.
derisch und unnöthiger Ausgaben. Wegen seiner grossen Nutzbarkeitaus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt. Franchfurt am Mayn,MDCCIV ;«
Von den scandinavischen Ländern war es Schweden , womit der französischen Weise auch französische Tracht zunächst festerenBoden gewann. Im Ganzen vollzog sich dies ähnlich wie in Deutsch land , nur noch mittelbarer, langsamer und von verhältnissmässig kleinerenKreisen ausgehend. Bis zum Tode Karls IX. (1611) währten die be-stehenden Formen unverändert fort. Doch auch wie sich die Verhält-nisse durch Gustav II. Adolf (bis 1632) gestalteten, waren sie, bei demErnste den sie mit sich brachten, immer noch mehr einer Forterhaltung,denn einer Wandlung günstig. Erst im weiteren Verlauf der zwanzigerJahre vermochte die Zeit als solche ihre unabweisbare Kraft auch indem Punkte geltend zu machen. Indessen fand sie eben auch, wie dort,vielseitig dauernden Widerspruch, was denn gleichfalls zur Herausbildungvon örtlich verschiedenen, je eigenheitlichen Trachten führte. So vorallem in den nördlicheren Gebieten, in welchen Neuerungen theils über-haupt weniger aufkamen, theils sich mit dem Herkömmlichen seltsamgenug mischten. Aber auch im Süden, und selbst in den Hauptstädten,wo die Wandlung entschiedener durchgriff, gelang es ihr nicht so baldden vollen Sieg davon zu tragen. Bei allen Fortschritten, die sic be-reits unter Gustav II. machte, gefördert seit seiner erfolgreichen Knegs-thätigkeit auf deutschem Boden, blieb sie doch, wesentlich durch ihnselber, noch länger auf ziemlich bestimmte, engere Grenzen verwiesen.Dem sonst damit verknüpften Aufwand insbesondere, setzte sein eigenesBeispiel allgemein Schlichtheit und Einfachheit entgegen. Ohne, wie mFrankreich oder gar in Deutschland , von vornherein zu stutzermässig®Uebertreibung auszuarten, beobachtete man von Oben herab, wie i®Gesammtverhalten, so auch in kleidlichem Erscheinen, eine bescheideneMaasshaltigkeit. Kaum dass der fromme König an sich selber irgewelchen unnützen Zierkram von Bändern, Schleifen u. dgl. duldete, erschien er vielmehr gemeiniglich in fast gesuchter Schmucklosigkeit,einfachem gelbem Schoosswamms oder ledernem Goller, einfachem Schulterkragen, unten offner Kniehose, Reiterstiefeln, grosskrempigem befiedertemSchlapphut; mit kurzgeschornem Haupte, schmalem Lippen- undKinnbart, umgürtet mit einfachem Schwert und Schärpe. Und auch oweibliche Geschlecht, wenn gleich dem (neu-) modischenKleideip 11 ®^mehr geneigt, vermied es doch dem gegenüber geflissentlich dies aauffällig zur Schau zu stellen.