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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1071
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A. Tracht. Amts-Abzeichen; Hoftrachten im Allgem. (16001700). 1071

Handlungen der letzteren und nur sehr wenigen sonstigen Schwankungen,Welche inzwischen noch statt hatten, erschienen bei der Krönung Lud-wigs XV. (1715) die besonderen Hof- und Staats-Beamten wie folgt: 1

1- In der langen Gewandung: Der weltliche Pair, in langem, vornherab dicht geknöpftem Unterkleide ( Soutane ) von Goldstoff, vorn offnem(Rücken-) Mantel mit beträchtlicher Schleppe, violett, durchaus gefüttertund besetzt mit Hermelin, breitem geschlossenen Schulterkragen vonHermelin, weisser breitlaschiger Cravatte, Kette des Ordens vomheili-gen Geist", und Herzogskrone; der Connetable ", eine von Ludwig XIII. aufgehobene, doch wieder eingesetzte Würde, völlig gleich dem Pair,nur mit der Grafenkrone; derGrand Maitre de la maison du roy "(Hrossmeiste r des königlichen Hauses) genau so, wie der» Connetable', ebenso derGrand Chanibellan (Grosskämmerer oderHofmarsch aII) und der Premier Gentilhonime de la chambre (derei 'ste oder Gross-Kammerherr); derChancelier (oder Kanzler),

langem, geschlossenem Unterkleide von carmoisinfarbiger Seide, hoch-gugürtet mit doppelter Schnur von ebenso gefärbter Seide und Gold,Rngschleppendem, rechts offnem (Schulter-) Mantel von scharlachfarbe-hem Tuche, gefüttert und verbrämt mit Hermelin, breitem Scliultcrkragenv °n Hermelin, darauf, vor der Brust und zur linken Seite die Zeichendes Ordens vomheiligen Geist," Doppellaschen oderBäffchen," undr under Mütze ( Mortier) von Goldstoff; der Conseiller dEtat (oderStaats-Rath), in talarförmigem Untergewande, dicht geknöpft, vonschwarzer Seide, hochgegürtet mit einem Bande von schwarzer Seide anden Enden mit goldnen Eicheln ausgestattet, vorn offner langschleppen-der (Ober-) Robe mit weiten, breitaufgeschlagenen Ermeln und Bänder-gehängen auf den Schultern, dies Alles gleichfalls von schwarzer Seide.

2 - In der gemischten Tracht: DerChevalier des ordres du roy inhohen engen Beinkleidern, knappen Oberschenkelhoscn ( trousse ), knappem,Vor n halbgeöffnetem Wamms mit weissen, durchsilberten Spitzen besetzt»Te chts offnem (Schulter-) Mantel, langschleppend, von dunkelviolettemSammt, reich bedeckt mit goldnen Flammen, längs den Kanten mitgoldnen Franzen verziert, nebst breitem, ringsgeschlossenem, emblemir-! e m Schulterkragen, schwarzem Hütchen mit weissen Federn und vomgcrad emporstehendem dreitheiligem Federbusch, der sogenanntenplumes Heran ; der Grand Maitre des Ceremonies (Oberceremonien-Meister), in nach unten zu offen belassener, knapper Schoosjacke ohneTaille mit weiten Halbermein, von Silberstoff, besetzt mit gekrausten

überspitzen, die Ermel insbesondere mit Schleifenbündeln von Silber-

1 Vergl. die in dem (8. 1068) näher bezeiclmeten WerkeLe Sacre deLouig SV. enthaltenen Darstellungen.