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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.
Stoff geziert, das unter der Jacke vorquellende Hemd von feinstem Weiss-zeug, leicht gefaltet, ingleichem die bauschigen Unterermel, diese mitSpitzenmanschetten versehen, in kurzen Oberschenkelhosen aus unter-bauschten Bandstreifen von schwarzem Sammt, je längs den Rändernmit gekrausten Silberspitzen, um die Hüften und unten herum dicht mitSchleifen von Silberband, langen Tricots von weisser Seide, kurzzuge-stutztem Rückenmantel von schwarzem Sammt, aussen mit schwarzen,innen mit weissen Spitzen garnirt, schwarzem Hut mit dreifachem Buschvon weissen und schwarzen (Mittel-) Federn, dazu ein Stab mit goldnemKnopf; der Maitre des Ceremonies“ (IJntercerem onien-Meister),gleich dem Letzteren, nur der Mantel mit breiteren und minder kostba-ren, weitergefältelten Spitzen besetzt; der „Capitaine de eens Suisse dela Garde du roy“ (Hauptmann der Schweizergarde des Kö-nigs) im Ganzen ebenfalls dementsprechend, jedoch der schwarze Sammt-mantel mit schwarzen Spitzen ausgestattet, und gefüttert mit Silberstoff)ausserdem ein Querbandelier als Wehrgehänge von Silberstoff und einschwarzer Sammthut mit reichem „plumage tt \ der „Huissier de la cham-bre du roy,“ auch wie der Hauptmann der Schweizergarde , doch derMantel von weissem Sammt ; der „ lloy d’Armes “ (oder Wappen-Kö-nig), ebenso, aber statt des Mantels einen zu den Seiten offnen, ziemlichkurzen Wappenrock von dunkel violettem Sammt, vorn und rücklingsmit drei goldnen Lilien nebst einer goldnen Krone darüber, und längsjeder Armklappe v Mont-joy St. Denis “ in Gold gestickt, zudem einHütchen von weissem Sammt mit hohem, dreitheiligem Federbuscli, undein kurzer Heroldsstab von violettem Sammt mit goldnen Lilien, obengeschmückt mit goldner Krone. — 3. In der gewöhnlichen, überhauptzeitgemässen Bekleidung (Fig. 362): Der „Gouverneur du roy k(Statthalter oder Hofmeister?), indessen mit kurzem Rückenman-tel und durchaus in reichem Goldstoff. Der Hut schwarz befiedert „®deux rangs “; der „ Marechal de France ,“ desgleichen, nur der Rücken-mantel von schwarzem Sammt, sonst sämmtliche Zierrathen von Gold,und der Hut mit schwarzen und rothen Federn; der n Capitaine desGardes Ecossais “ (Hauptmann der schottischen Garde), ebensonur weit weniger kostbar, der Hut besetzt mit schwarzen Federn, über-dies ein langer Stab; der M Seigneur Otage de la St. Ampoule,“ gleich-falls verhältnissmässig einfach, und der „ Grand Prevot de VHotel,“ 1Ueinem Rock von blauem Tuch, stellenweis mit Gold galonirt, die Unter-fütterung durchweg, und die Paramente der Ermel von rothem, feuer-farbenem Tuch, die Knöpfe, und das mancherlei Knopfwerk der Galonenvon Goldgespinnst, dazu ebenfalls ein Stab.— Ausserdem trugen amt-licherseits, zum Theil ganz ähnlich wie vor, der „ President ä Mortier“(Vorstand des Parlaments) ein langes schwarzes Untergewand,