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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

Stoff geziert, das unter der Jacke vorquellende Hemd von feinstem Weiss-zeug, leicht gefaltet, ingleichem die bauschigen Unterermel, diese mitSpitzenmanschetten versehen, in kurzen Oberschenkelhosen aus unter-bauschten Bandstreifen von schwarzem Sammt, je längs den Rändernmit gekrausten Silberspitzen, um die Hüften und unten herum dicht mitSchleifen von Silberband, langen Tricots von weisser Seide, kurzzuge-stutztem Rückenmantel von schwarzem Sammt, aussen mit schwarzen,innen mit weissen Spitzen garnirt, schwarzem Hut mit dreifachem Buschvon weissen und schwarzen (Mittel-) Federn, dazu ein Stab mit goldnemKnopf; der Maitre des Ceremonies (IJntercerem onien-Meister),gleich dem Letzteren, nur der Mantel mit breiteren und minder kostba-ren, weitergefältelten Spitzen besetzt; derCapitaine de eens Suisse dela Garde du roy (Hauptmann der Schweizergarde des Kö-nigs) im Ganzen ebenfalls dementsprechend, jedoch der schwarze Sammt-mantel mit schwarzen Spitzen ausgestattet, und gefüttert mit Silberstoff)ausserdem ein Querbandelier als Wehrgehänge von Silberstoff und einschwarzer Sammthut mit reichemplumage tt \ derHuissier de la cham-bre du roy, auch wie der Hauptmann der Schweizergarde , doch derMantel von weissem Sammt ; der lloy dArmes (oder Wappen-Kö-nig), ebenso, aber statt des Mantels einen zu den Seiten offnen, ziemlichkurzen Wappenrock von dunkel violettem Sammt, vorn und rücklingsmit drei goldnen Lilien nebst einer goldnen Krone darüber, und längsjeder Armklappe v Mont-joy St. Denis in Gold gestickt, zudem einHütchen von weissem Sammt mit hohem, dreitheiligem Federbuscli, undein kurzer Heroldsstab von violettem Sammt mit goldnen Lilien, obengeschmückt mit goldner Krone. 3. In der gewöhnlichen, überhauptzeitgemässen Bekleidung (Fig. 362): DerGouverneur du roy k(Statthalter oder Hofmeister?), indessen mit kurzem Rückenman-tel und durchaus in reichem Goldstoff. Der Hut schwarz befiedert®deux rangs; der Marechal de France , desgleichen, nur der Rücken-mantel von schwarzem Sammt, sonst sämmtliche Zierrathen von Gold,und der Hut mit schwarzen und rothen Federn; der n Capitaine desGardes Ecossais (Hauptmann der schottischen Garde), ebensonur weit weniger kostbar, der Hut besetzt mit schwarzen Federn, über-dies ein langer Stab; der M Seigneur Otage de la St. Ampoule, gleich-falls verhältnissmässig einfach, und der Grand Prevot de VHotel, 1Ueinem Rock von blauem Tuch, stellenweis mit Gold galonirt, die Unter-fütterung durchweg, und die Paramente der Ermel von rothem, feuer-farbenem Tuch, die Knöpfe, und das mancherlei Knopfwerk der Galonenvon Goldgespinnst, dazu ebenfalls ein Stab. Ausserdem trugen amt-licherseits, zum Theil ganz ähnlich wie vor, der President ä Mortier(Vorstand des Parlaments) ein langes schwarzes Untergewand,