Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
1076
JPEG-Download
 

1076

III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

^Wechsel, dem sie überhaupt noch unterlag, ein verhältnissmässig geringer, und bestand im Wesentlichen in einer ferneren Verminderung ihrerStücke, bei zum Theil zunehmender Verstärkung im Eisen; vorzüglichseit der Mitte des Jahrhunderts bis zur ausschliesslichen, selbst nurgelegentlichen Verwendung des Kopf-, Brust und Rückenschutzes.

Der (völlig zu schliessende) Helm mit ausgeschmiedetem Kamm,wurde im Verlauf der dreissiger Jahre fast durchgängig gegen eine tiefbeckenförmige oder spitzige (offne) Sturmhaube vertauscht (Fig-3f4c;Fig. 376). Das dieserHaube, nächst den Ohrenklappen, theilweiseigene, ri ngsumlj\ufende Halsstück (Fig. 376 ) verlor sich, währendsie nun vorwiegend zur Deckung des Gesichts eine durch denStirn-stulp senkrecht verschiebbare, zum Festschrauben eingerichtete Spange,als Wiederholung des uralten namls (Naseneisens), 1 erhielt (Fig- 376]vergl. Fig. 374 a b). An Stelle der halbrunden und halbeiförmig en Morion (S. 750), so wie auch der anderweitigen, gewöhnlicherenHauben, traten schon bald nach Beginn des Jahrhunderts einfache,höhere und flachere Rundkappen mit gerade abstehendem Schirm undnur schwachem Kamm, oder ohne Schirm und Kamm; in letzterm Fallenicht selten mehrflächig zugespitzt (Fig. 374 c). Neben ihnen, welchevorzugsweise für die niederen Truppen bestimmt blieben (s. unten),kamen, gleichfalls für solche, etwa seit 1640 von Oestreich ausgehend,

Carabiner, vnd Tragoner u. s. w. Franckfurt a. M. 1634. De Lostelneau.Le mareschal de Bataille, contenant le Maniment des Armes. Les Evolution»,Plusiers Bataillons, tant contre lInfanterie que contre la Cavallerie u. s.a Paris 1647. Die Drillkunst. Das ist Kriegsübliclie Waffenhandlung derMusqueten und Piquen. Allen Tapfern Soldaten u. s. w. Nürnberg . Bei Paula»Fürsten . Kunsthändlern. 1664. (Nur das Titelbild in gleichzeitiger Tracht, dieübrigen Darstellungen fast sämmtlich Nachbild, des Werks von J. de Gey»)Joh, Boxei, Exerceren vont Musquet, Spies ende generale Exercitie. Gravenh.1669. (Nachbildungen des Werks von Jacob de Geyn.) Alan ManessonMaliers. Kriegsarbeiten u. s. w. übersetzt von Felix von Zesen. Amsterdam1672. bes. Theil III. J. Schalch. Exercier - Büchlein u. s. w. Lexercice dessoldats u. s. w. (in deutscher und französischer Sprache) Schaffhausen 1617-(Arnold Leers) Speeulum militare, oder Neue und Kunstreiche Schauplatz desDeutschen und Niederländischen Kriegs Exercitien zu Fusz. Worin die gründ-liche Beschreibung u. s. w. für die Musquetierer und Piquenierer u. s. w. durchD. M. G. D. L. Im Hage 1680. (P. Giffart ) LArt militaire Francois, eon-tenant lexercice et le maniement des Armes, tant des Officiers que des Soldats,represente^ par des Figures en taille etc. Dedid ä Monseigneur le MareschalDuc de Boufflers k Paris 1697. Wilhelmi Dilichii, Weyland verschiedeneChur - und Fürsten gewesenen weitberühmten Ingenieur und Baumeister u. s. w.eröffnete Kriegs-Schule u: s. w. Frankfurt a. M. 1689 (umfasst die gesamnd®Kriegs Wissenschaft, vom römischen Kriegswesen u. s. w.). Parocel Recueil dedifferents attitudes militaires (o. J.) u. A. m.

1 S. meineKostümkunde, Geschichte der Tracht und des Geräthes imMittelalter vom 4. bis 14. Jahrhundert (1864) 8. 425; S. 626; Fig. 296.