Buch 
3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
Seite
1077
JPEG-Download
 

A. Tracht. Waffen u. Bewaffnung (Schutzwaff) im Aligem. (16001700). 1077

Hauben auf, die, ähnlich denen der Ungarn , aus völlig halbrunder Ober-bappe mit breiten, zuweilen unterhalb mehrtheilig geschienten Ohren-klappen, einem durchaus krebsartig gegliederten, oft sehr langen Genick-schirm und einer den vorderen Schirm durchlaufenden Gesichtsstangcbestanden, auch gelegentlich noch mit einer das Gesicht gänzlich be-deckenden Klappe zum Einhängen versehen waren (Fig. 374 a b).Ausserdem wurden einzelne dieser Kappen, die indessen nach der Mitte

Fig. 374.

des Jahrhunderts allmälig verschwanden, statt mit nur einer (beweg-lichen) Gesichtsstange, ganz ähnlich wie schon früher zu geschehenPflegte, durch ein aus zwei oder drei Stangen gebildetes (festes) Gesichts-Gitter verstärkt ( vergl. Fig. 287 c). Sämmtlichen Kappen oder Hauben,gleichviel von welcher Form, verblieb die Hülse zur Befestigung einesb'ederbusches, seitwärts oder rücklings angebracht, und, abgesehen vonleichtem Einzelzierrath, eine starke Unterfutterung.

Brust- und Rückenstück gestalteten sich immer allgemeinernoch breiter, schwerfälliger; das Bruststück ausserdem, namentlich seitden fünfziger Jahren, unter Abschwächung oder Beseitigung der mitt-leren Schneide ( tapul) noch flacher, theils bis zur Unförmlichkeit.Her Schulterverband beider Stücke geschah seitdem gewöhnlich über dieSchultern hinweg vermittelst zweier am Schulterstück befestigter Rieme,indem sie am Bruststück jederseits geschnallt oder eingehakt wurden.Hie darunter anzulegendeHalsberge setzte sich nur noch aus zweiSchienen, einer unteren, grösseren, zumeist in Bogen endigend, und einer°beren, schmäleren, zusammen. Ihre Theilung (zum Oeffnen und Schliessen)w ard an die rechte Seite verlegt, jene sonst aber, wie vor, theils sobelassen, theils zu nur kurzen, schmal geschienten Schulterstücken er-weitert.