A. Tracht. Waffen u. Bewaffnung (Schutzwaff.) im Allgem. ( 1600 — 1700 ). 1079
Fig. 376.
Die Bewehrung des Unterkörpers, bis zu Ende der zwanzigerJahre in ihrer grössten Ausdehnung überhaupt nur noch als „7 Siechlinge“
bis zu den Knien hin-abreichend (Seite 752;Fig. 296), schrumpftemehr und mehr zu-sammen, so dass sieseit dem vierten Jahr-zehend, auch bei denVornehmsten,theiis nureinen kurzen Schoossaus Querschienen bil-dete (Fig. 376), theiis,ganz ähnlich wie baldnach Beginn des Jahr-hunderts bei niederenSoldaten, aus zweibreiten geschienten,doch ebenfalls nur kur-zen Hä'rigeplatten be-stand (Fig. 377 a b).Daneben erhielt sichetwa bis zu Ende dersechsziger Jahre, dochlediglich zum Reiten
stimmt, der wie jener vordere Schooss aus Querschienen zusammen-gesetzte , aber zumeist viel breitere Rückenschooss oder „garde de(vergl. Fig. 296a). — Die Sporen verkürzten sich mehren-oeils zu gewaltig starken Rädersporen mit geradem oder (etwa
1670) auch aufwärts gebogenem Halse, und wurden durchgängig sehroch geschnallt.
Der Schild kam seit den zwanziger Jahren, und eine Ausrüstunger Rosse gleich zu Anfang des Jahrhunderts gänzlich ausser Kriegs-gebrauch.
Gleichmässig wie die Schutzbewaffnung an Bedeutung verlor, ver-änderte sich die Neigung sie als Schmuckstück zu behandeln,nzu ]j ain einerseits die allmälige Abschwächung des kunsthandwerk-sowie auch die Wandlung der Verzierungsform als sol-, C er > welche sich demzufolge gerade zu derartiger Verwendung, nament-,c “ in ihrer späteren meist seltsam geschwungenen Durchbildung, nur^nig fügsam erwies, anderseits aber, dass man von vornherein dernwarzen (überfimissten) Rüstung durchaus den Vorzug bewahrte