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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.
(S. 753). Da eine solche Rüstung keinen Rost ansetzte, mithin nicht,wie die blanke Rüstung, stetes Putzen erforderte, auch den Schützenkein so augenfälliges Ziel als jene darbot, entsprach allerdings auch siedem gegenwärtig vorwiegenden Streben nach blosser Zweckmässigkeitzumeist. Ihr wesentlicher Schmuck beschränkte sich auf eine nur stellen-weise Verzierung, gewöhnlich in Rosettenform, und einen Besatz derRänder mit Knöpfchen von Bronze, • Messing u. dgl. Doch auch dieganzen oder theilweis blanken Rüstungen, welche dessenungeachtet bisgegen die Mitte des Jahrhunderts vereinzelt beliebt blieben, erhieltennun entweder eben nur solchen Schmuck, oder ausserdem doch höchstens
Fig. 377.
eine meist nur oberflächliche Ausstattung durch Aetzung, Körnung undVergoldung (vergl. Fig. 376.). —
Je mehr sich die Rüstung vereinfachte , zu um so höherer Geltunggelangte die (Kriegs-) Kleidung. Das unter dem Kuirass anzulegendelederne Wamms wurde beibehalten, und mit dem Aufgeben der Schenkel-schienen häufiger zum Schoossrock verlängert. Die Beinbekleidung, vomEisen befreit oder doch nur oberwärts von kurzen Hängeplatten bedeckt,folgte fortan der Form nach, nun selbst die Gestaltung eben dieser PI« 1 "ten bestimmend, dem allgemein zeitüblichen Geschmacke (Fig. 377);ebenso die Bekleidung der Unterschenkel, wobei vor allem der Reitstiefel