. A. Tracht. ^Waffen u. Bewaffnung (Angriffswaff.) im Allgem. (1600—1700). 1081
begann, eine Hauptrolle zu spielen. Auch gelangte der Hut in seinenmannigfach wechselnden Formen als Ersatz eines metallnen Kopfschutzeszur Vorherrschaft. — Immerhin aber übte der Zweck auf die Beschaf-fenheit des Einzelnen seinen Einfluss. Auch hierbei sehr wohl bedachtauf thunlichen Schutz, sowie nicht minder auf Dauerhaftigkeit, und über-dies, namentlich seitens der niederen Soldaten, auf möglichste Ersparniss,■wählte man dazu im Allgemeinen die stärksten und haltbarsten Stoffe,theils derbes, filzartiges Tuch, theils statt sonst üblicher Ifüststücke hart-gegerbtes Büffelleder. Jenes wurde zu Röcken, hauptsächlich für dieFusstruppen, und zu Kniehosen, letzteres vorzugsweise zu kürzeren oderlängeren (Schoos-) Wämmsern und hohen Stiefeln, besonders für die
Fig. 378
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Heiterei, verwendet. Doch schloss dies keineswegs etwa andern Schmuckaus, vielmehr erhielt auch solche Kleidung, nächst unterschiedlicherFärbung, je nach dem Zeitgeschmäcke wechselnd mancherlei Besatz vonKnöpfen, farbigen Litzen, Schleifen u. dergl., wie denn vornämlich dieWämmser, auch deren Hängermel, längs den Rändern mit schmalenLitzen, und seit der Mitte des Jahrhunderts mehrentheils auch die ge-schlossenen Ermel ringsum, abtheilungsweise, mit breiteren Streifen, bis-weilen sogar von Silberstoff benäht {Fig. 378), ja einzelne Wämmserselbst vollständig verzierungsmässig ausgesteppt wurden.
Auch die Angriffswaffen nahmen seit den zwanziger Jahrenziemlich rasch an Mannigfaltigkeit ab. So nun verschwanden, wenigstens