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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1089
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A- Tracht. Waffen u. Bewaffnung (Uniformirung) im AHgem. ( 1600 1 700 ). 1089

n utblaues undgelbes Regiment auf der Farbe ihrer Röcke. Undebenso waren im kaiserlichen Heere nur einzelne Truppenkörpereinzig durch gleichfarbige Röcke, wie dieButtlerschen Dragoner durchtothe mit schwarzem Besatz, und dieHolkschen Jäger durch grüne®it weissen Litzen, ausgestattet. In der Schlacht bei Lützen wählten,zu gegenseitiger Abzeichnung, insgesammt die Schweden grüne, dieKaiserlichen rothe Feldbinden. Die herkömmliche Gliederung derReiterei und der Fusstruppen nach den von ihnen geführten Haupt-W affen in Lanzen- oder Sper-Reiter, Hellebardirer, Pikenirer, Schwert-träger und Arkebusirer, schon seither als wenig genügend erachtet, er-weiterte sich alsbald zu noch mehren, je eigens gerüsteten Abtheilungen.So ward in Frankreich bereits im Jahre 1600 durch Marschall Bri-eine neue Gattung von Reitern, bewaffnet mit kurzen Handrohren°derdragons, alsDragoner eingerichtet, welche neben anderen, diefolgende hie und da entstanden, allgemeinere Nachahmung fand. Schononi 1632 umfassten die meisten Heere, ausser einer inzwischen ebenfalls be-stimmter gegliederten Artillerie, als Fusstruppen, nächst den Pikenirernund Arkebusirern, auch besonders bestellte Musketirer; als Reiterei jedoch,nächst den sonst fast ausschliesslichen Lanzenreitern, auch Kürassire, Ar-kebusirer, Karabiner und Dragoner. Von diesen Truppen trugen bis gegendie Mitte des Jahrhunderts gemeiniglich die Pikenirer halbe Rüstung(Brust-, Rückenstück, Schenkelplatten und Sturmhaube), Handschuhev on Büffelleder, und ausser der Pike ein gerades Schwert (Fig. 377),die Arkebusirer, nächst der Arkebuse mit Stützgabel, eben solchesSchwert, und die Mu sketirer ihr Handrohr ohne Stützgabel, ein Schwertünd eine Sturmhaube (Fig. 379 ab); die Lanzenreiter halbe Rü-stung, doch zumeist bestehend aus (halbgeschlossener) Haube, Halsberge,Brust- und Rückenstück, ganzem Armzeuge und bis zu den Knien rei-fenden Schenkelstücken, ein Schoss-Wamms von Büffelleder, eine bisfünfzehn Fuss lange Lanze, ein (gerades) Schwert mit Wehrgehänge undoioe oder zwei Pistolen nebst Schiesszubehör; die Kürassire eineähnliche Rüstung, doch nur ein Schwert und Sattelpistolen, das WammsBisweilen von rother, die Rüstung fast durchweg von schwarzer Färbung;die Arkebusirer ein Brust- und Rückenstück nebst Sturmhaube,s Päter, statt letzterer, theilweise einen breitkrempigen Hut, die Arkebusean einem Querbandelier, ein Schwert, Pistolen und Zubehör; die Kara-biner ebenso, nur von vornherein einen Hut und zwei Querbandeliere,kreuzweis umgelegt, an dem einen, von links nach rechts, den Karabiner,an dem andern ein Schwert; und die Dragoner ein Schoss-Wammsv °n Büffelleder, eine Kappe mit Stangenvisir (Fig. 374 a b), ein Schwertund den r dragon a an einem Querbandelier. Ausserdem tauchten auchDra goner zu Fuss auf. Sie führten einen breitkrempigen Hut, undWeias, Kostümlmnde. ni.