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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.
Meissen (1637—1719), Christoph Ellrich (1637—1719) und JohannesMan (1679—1754). Ersterer arbeitete einen Schrank, welchen die Stadtzum Geschenk für Gustaf Adolf von Schweden um 9750 Gulden erwarb.Die Anderen verfertigten, ausser derartigen Schränken, auch Tische, vor-nämlich „Schreibtische,“ Spiegelrähme u. dergl. m.; Eichler und Ellrich auchkünstliche Uhr- und Orgelwerke, und „wussten Perlenmutter, Steine undGlas so künstlich zu behandeln, auszuschneiden und einzufassen, dass siedadurch Landschaften, Laubwerk und Früchte auf eine ziemlich natür-liche Art hervorbrachten.“ Ueberdies zeichnete sich Johannes Man, einSchüler Eichlers, durch eine „schöne“ architectonische Anordnung, wiedurch „eine Verzierung derselben mit Bernstein, Lapislazuli, Sehildpad,Säulen von Amethist und anderen farbigen Steinen aus. Auch vollendeteer mit unsäglicher Mühe und Aufwand fast seines ganzen Vermögenseinen Spiegel, Tisch und Leuchtergestell, was er insgosammt fü r20,000 Gulden ausbot. — Sehr beliebt neben dem Allen blieb die „ein-gelegte Arbeit ( intarsia “), nun vielfach in ausschliesslicher Beschrän-kung auf farbige Hölzer. Auch sie erfuhr, und zwar bereits bis zurMitte des Jahrhunderts, eine Erweiterung, indem sie nicht mehr lediglichals Flacharbeit, sondern auch als erhobene (Relief)-Arbeit behandeltward, und fortan auch in solcher Durchbildung, wie vorzüglich durchJ. Mare ( Mace ) de Blois (bis 1672) in Paris , zur Verzierung von Möbel-werk ausgedehnte Verwendung fand. Von weiterer Bedeutung noch dafürwurde, dass es jenem gelang das Holz aufs verschiedense, auch, ähnlichdem Ebenholz (schwarz) zu färben. Anderseits ward es nicht minder be-liebt sowohl Figuren, als auch blossa Zierformen in Perlenmuttereinzulegen, in welchem Betriebe vor allem der Niederländer DietrichRyswick (um 1650) Treffliches leistete. Noch sonst aber kam in Paris durch Charles Boule (1642—1732) etwa in den achtziger Jahren eineeigene Behandlungsweise auf, welche dann bei ihren allerdings höchstglänzenden Ergebnissen fast alle bisherigen derartigen Verfahrungsartenals „altfränkisch“ erscheinen liess, und so auch nahezu verdrängte. DieseBehandlung oder „Boule-Arbeit“ bestand in einer Verschalung vonMöbelwerk einzig mit Sehildpad und Metall (Gold, Silber, Bronze, Zinn ),entweder das Metall in das Sehildpad oder umgekehrt eingelegt, dazustellenweis mit erhoben gearbeiteten (gegossenen oder getriebenen, auchgravirten) Metallbeschlägen, zum Theil von ziemlicher Stärke ausgestattet,das eine wie das andere, und auch wiederum beides zu einander, nachForm und Vertheilung von vielfachstem Wechsel.
Die Eisenarbeiter, die Kupfer- und Messing- (oder „Roth“-)Schmiede, sowie auch die Zinn - und Bronzegiesser verfolgtendie von ihnen eingeschlagenen Richtungen wie vor, nur dass sich unterihnen je die Trennung nach besonderen Zweigen des Betriebs noch viel-