B. Geräth. Hausger. Zimmer-Möbel: Schränke (1600—1700). 1141
sich, eben demzufolge, unter fort-gesetzter Verwerthung jeglichergeeigneterVerzierungsmittel,dennvor allem eine kleinkünstlerischePrachtarchitektur, meist von ei-gens wunderlicher Durchbildung. 1Auf ihrer künstlichen Holzarbeitmischten sich nun in immer bun-terer Zusammenstellung und Ver-theilung die unterschiedlichstenArbeiten (flache, halberhobeneund runde bildliche Darstellun-gen jedes erdenklichen Inhalts)in Gold, Silber, Emaillirung, El-fenbein, Schildpad, Gestein u. A.mit allerlei Dingen von farbigemGlase, wie erhoben behandeltenMedaillons, geraden oder ge-wundenen Säulen u. dergl., wozudann noch, gegen Ende des Jahr-hunderts, die Verwendung vonSpiegelplatten, nicht selten mit(hinterwärts)eingeschliflenen Dar-stellungen, und, als Einfassun-gen derselben, vergoldete Holz-arbeiten sehr beliebt'wurden. —Die grossen, eigentlichen Ge-brauchs- Schränke, wiesolche immer häufiger, ausserzum Verschluss von Geräthen,zur Bergung von Kleidungs-stücken in Anwendung kamen,,bewahrten ihr Gesammtgeprägemit nur geringen Schwankungenbis in die fünfziger Jahre {Fig.387; vgl. Fig. 338), ihreHaupt-und Grundform aber selbst bisnahe an den Schluss des Jahr--hunderts. An ihnen äusserteüberhaupt vorwiegend nur im Einzelzierrath, nachder Geschmacksrichtung. So sich in ihrer Massenglie-
Vgl. F. Kugle r. Beschreibung u s. w. der Kunstkammer zu Berlin S. 239 ff.
sich ein WechselMaassgabe