B. Geräth. Hausger. Zimmer-Möbel: Bett; Beleuehtungsger. (1600—1700). 1143
Holzgestells, höchstens am Kopfende leicht erhoben, und der Betthim-mel, nun mehrentheils mit Beseitigung fast jegliches (sichtbaren) Gerüsts,nächst einer lediglich faltenreichen Anordnung, selbst auch vielfach alsSchmuck seiner Ecken und Kanten einzig aus Zeug hergestellte Aufsätze,wie vorwiegend in Gestalt von Vasen, Blumensträussen u. dergl. Auchward es nebenher üblich die Bettstatt in einer dazu eigens gebautenWandnische aufzustellen, und diese selber sowohl im Innern als auchnach Aussen, hier mit breiten Vorhängen oder „Gardinen,“ zugleich unterHitverwendung von starkem Schnur- und Puschelwerk, mit reichen Stoffenzu verkleiden. — Die Wiege Iiess, ihrem eigentlichen Zwecke nach, einederartige Wandlung nicht wohl zu (S. 898). Ohne ihre Gestaltung we-sentlich zu verändern, wurde sie auch sonst wie vor hauptsächlich vonHolz, für die höheren und begüterteren Stände nicht selten von Eben-,Cypressen-, Nussbaum- und anderem kostbaren Holze gefertigt, mitSchnitzerei oder eingelegter Arbeit verziert, und mit einem „'Wiegentuch“über einen bogenförmigen Reif, den „Spriegel,“ hinweg zeltartig bedeckt.Zudem aber pflegte man sie fortan, wie namentlich seit der Mitte desJahrhunderts fast durchgängig, zu mehrer Sicherheit des Kindes miteinem „Wiegenbande“ kreuzweise zu überziehen, zu leichterer Hin- undHerbewegung mit einem längeren Ziehbande zu versehen, und, um eineretwaigen Unebenheit der Dielen zu begegnen, auf ein eigenes, gewöhnlichm Kreuz zusammengesetztes „Wiegenbrett“ zu stellen. —
Bei dem Beleuchtungsgerät he fand, neben dem vom Zeit-geschmack geforderten Wechsel in Form und Verzierungsweise, auch hin-sichtlich des Stoffs eine Vermannigfachung statt. Nicht mehr wurde eswie bisher fast ausschliesslich von Metall und, wie mehrentheils diegrossen Standleuchter (Candelaber) von Gestein, sondern, wenngleich nochunmerhin vorwiegend aus diesen Stoffen, doch auch vielfach von Holz inSchnitzarbeit mit reicher Vergoldung, und selbst von Elfenbein, so wieauch im späteren Verlauf der zweiten Hälfte des Jahrhunderts theilweise°der gänzlich von Glas beschafft (vergl. S. 898). Besonders zur Ver-wendung kam das Holz für hohe, umfangreichere Standleuchter, dasElfenbein für mehrarmige (Tisch -) Leuchter und (Hänge-) Kronen,u ud das Glas, ausser für eben solche Kronen, für blosse LichtständerUr| d kleinere Handleuchter zu nur einer Kerze. Ueberdies begann* n den neunziger Jahren das Glas auch einzig in unterschiedlicher Ge-stalt von kleinen Gehängen als ein Verzierungsmittel dieser Gerätheüberhaupt beliebt zu werden. Am wenigsten davon berührt wurden die^andleuchter. Sie blieben, ungeachtet ihrer nun zugleich mit denfronen stetig zunehmenden Verbreitung, mit nur höchst sekenen Aus-n ahmen, wie auch die Windlichter oder „Laternen“ durchaus, Gegen-stand der Metallarbeit